PostPrint 2009 – Im Zeichen des Digitaldrucks

11. Mai 2009, 7:55 Uhr | Archiv

Die diesjährige Postprint, Fachmesse für Druck- und Weiterverarbeitung, fand vom 6. bis zum 8. Mai zum fünften Mal in Berlin statt. Insgesamt stellten 105 Firmen aus und mit nur einer Halle gestaltete sich die Postprint sehr überschaubar. Die Schwerpunkte lagen auf den Bereichen Digitaldruck und Druckweiterverarbeitung, die räumlich getrennt wurden. Parallel fand die Fachmesse für Dialogmarketing „Directexpo“ statt, zu der auch alle Besucher der Postprint Zutritt hatten.

Die Atmosphäre auf der Postprint war gemütlich. Es gab keinen großen Ansturm und so blieb die Hektik größerer Messen fern. Möchte man sich ausgiebig bei einem Hersteller informieren, war dies hier in einem angenehmen Umfeld und begleitet von einem Catering für alle Besucher definitiv möglich.

Am 7. Mai, dem Tag des Besuchs von beyond print, stand die Messe ganz unter dem Motto „Mehrwert des Digitaldrucks in der Kundenkommunikation“. Die großen Hersteller im Bereich Digitaldruck Kodak, Océ, Ricoh, Xerox und Konica Minolta nahmen den größten Platz ein und besonders der Gemeinschaftsstand der X-doc solution GmbH, die aus der Direktvertriebsorganisation der Xerox GmbH Deutschland hervorgegangen ist, zog sehr viel Aufmerksamkeit auf sich.

Alle Hersteller präsentierten sich mit neuen Maschinen nach dem Motto „höher, schneller, weiter“. In der Tendenz sind die Maschinen leistungsfähiger geworden und drucken nicht mehr nur Klein- und Kleinstauflagen wirtschaftlich. Auch die Qualität hat große Sprünge gemacht: Beispielsweise ermöglicht die Stream Inkjet Technologie von Kodak, die bereits auf der Drupa 2008 vorgestellt wurde, durch kleinere Tröpfchen bessere Ergebnisse. In einem Vortrag von Kodak zum Thema „Neue Dimension im Digitaldruck“, malte sich Reinhold Frech sogar aus, dass der Digitaldruck nächstes Jahr den Offset im Qualitätsaspekt einholen wird. Auch Felix Walter von Océ war sich in seinem Vortrag „Digital Book Now – Der Anfang ist gemacht!“ sicher, dass der Digitaldruck immer konkurrenzfähiger wird und zeigte an verschiedenen Beispielen, dass Auflagen im Digitaldruck von bis zu 3500 Exemplaren mit dem Offset konkurrieren können.

Einen anderen Ansatz hatte Konica Minolta: Sie präsentierten die neue Maschine bizhub PRO C65hc, die mit dem High-Chroma Toner in der Lage ist einen größeren Farbraum, der sich laut Hersteller in Richtung RGB-Farbraum bewegt, abzubilden. Auf diese Weise ist die Maschine besonders für Fotobücher geeignet um eine höhere Leuchtstärke der Bilder zu erzielen.

Ein weiterer Trend zeigte sich in der Verarbeitung verschiedener Substrate. Die Digitaldruckmaschinen werden immer flexibler und sind in der Lage dünne Papieren oder Grammaturen von beispielsweise 350 Gramm zu bedrucken. 
Die Inline-Weiterverarbeitung  und Veredelung entwickelt sich ebenfalls stark weiter: Ricoh präsentierte sich mit klebegebundene Bücher, Broschüren und Ringbindungen. Xerox beeindruckte mit der Europapremiere der Nuvera 200EA, die fünf verschiedene Produkte fertigen kann. Kodak präsentierte mit einem fünften Farbwerk für die Dimensional Dry Ink die Möglichkeit verschiedene Strukturen sowie verschiedene Lacke aufzubringen. Und auch bei Xerox und OCÉ war Haptik ein Thema.

Das Thema Web-to-Print stand auf der Messe eher im Hintergrund. Dennoch hatten die Hersteller ihre Lösungen dabei. EFI, Kodak und Océ haben beispielsweise ihre Lösungen weiterentwickelt und es zeichnete sich ab, dass die Verbesserung der Usability ein sehr wichtiger Punkt ist. Auch das Thema Webshop wird von allen aufgegriffen.

Ganz im Sinne des ersten ePrint Portal Forums griff auch die Postprint das Thema Integration verschiedener Medien auf. In dem Vortrag von Xerox „Crossmedia funktioniert – die Marketing-Revolution“ erläuterte Johannes Ferger die Wichtigkeit aber auch das Problem von Crossmedia. Die fehlenden Schnittstellen zwischen einzelnen Kanälen fehlen und so ist es problematisch Konsistenz der Daten über Medien hinweg zu gewährleisten. Daher kaufte Xerox vor zwei Jahren XMPie. Egal um welchen Kanal es geht, hier basiert alles auf einer zentralen Datenbank. Besonders hervorgehoben wurde auch wieder die Wichtigkeit des Dialogs mit dem Kunden.

Alles in allem ist die Postprint in Berlin besonders im Bereich Digitaldruck zu empfehlen und lädt durch eine angenehme Atmosphäre ein. Daneben findet sich ein bunter Mix aus Weiterverarbeitung, Vorstufe und durch die Directexpo auch der Bereich Dialogmarketing.
 

Link:
Homepage PostPrint

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Florian Meier

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