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Was Courier richtig macht!

08.03.2010, 10:49 Uhr

Eine Meinung zu Microsofts kommendem digitalen Notizbuch

Als Science-Fiction-Fan liebe ich neue Technologien, die Zukunft und was kommen mag. Von Apples iPad habe ich mir viel erhofft, letztlich ist es aber ein überflüssiges Gerät. Was Microsoft mit seinem Courier vor hat, lässt mich aber nicht kalt. Das digitales Notizbuch hat seinen Reiz, seinen Markt und wird – da lehne ich mich ein wenig aus dem Fenster – erfolgreich werden.

Hätte Steve Jobs am 27. Januar nicht das iPad sondern das Courier-Gerät vorgestellt, wäre er hoch gelobt worden. Stattdessen zeigte Apple das iPad, ein Gerät ohne Markt. Für mobile Nutzung des Internets reicht ein Netbook oder Smartphone wie iPhone oder HTCs Android/Windows Mobile Geräte. Fernseher sind besser für die TV-Unterhaltung und Multimedia-Wiedergabe. E-Reader aus Basis von E-Ink-Displays sind die besseren Langzeitlesegeräte. Will man Inhalte erstellen, arbeitet man mit einem Laptop. Das lässt dem iPad letztlich als Anwendungsgebiet nur die Toilette (Vorsicht: Nicht ganz ernst gemeint!).

Microsoft bzw. seine Subunternehmen haben es in den beiden Videos aber geschafft, eine Geschichte mit dem Courier zu erzählen. Sie zeigen, wozu ein digitales Notizbuch gut ist, wo es helfen kann und wer es brauchen kann. Dazu zählen nicht nur Designer, sondern ziemlich jeder, der Ideen hat oder generell etwas schnell zu Papier bringen möchte.

Hier schreibt der Courier seine eigene Geschichte: Es ist ein handliches, mobiles Gerät, das nicht versucht Netbooks oder Mobiltelefone zu verdrängen. Nein, es will seinen eigenen Markt erobern. Es kann von Schülern, Studenten, Krankenschwestern und von hochrangigen Managern und Entscheidern genutzt werden – jeder hat Verwendung für ein digitales Notizbuch. Zugleich ermöglicht es in seinem handlichen Format das Internet zu nutzen – letztlich handelt es sich aber um das perfekte Gerät, um an Projekten zu arbeiten, mit anderen zusammen zu arbeiten, kreativ zu sein. Es ist ein Gerät für Blogger, Tweeter und die Facebook-Generation. Die Tagebücher werden in digitaler Form ein Revival erleben.

Microsoft Courier (Quelle: Pioneer Studios)

Das Courier ist kein Tablet-PC sondern ein Booklet. Es ist so groß wie ein DIN A5 Blatt, aufgeklappt knapp so groß wie ein DIN A4 Blatt. Es hat zwei Bildschirme und kann so vielfältig eingesetzt werden. Es ist das Notebook (Notizbuch) wie es viele Menschen schon seit Jahren benötigen würden.

Auf Engadget hat eine Krankenschwester ihr Interesse an dem Gerät bekundet und erklärt, wieso es nicht nur die Kommunikation und Arbeitsprozesse verbessern sondern auch Leben retten könnte. So kann das Courier für die Patientenversorgung eingesetzt werden. Auf der linken Seite sieht man die aktuelle Krankenakte, auf der rechten Seite macht man sich Notizen über den aktuellen Zustand, knipst schnell ein Foto um den Heilverlauf von Wunden zu dokumentieren. All das wird auch heute schon gemacht, jedoch dauert es viel zu lange, bis diese Inhalte digital aufbereitet und verarbeitet werden. Das Courier hat eine Handschrifterkennung, sodass alle Texte gleich aufbereitet vorliegen. Zudem erschließen sich ganz neue Möglichkeiten: Zusammen mit dem Patienten kann man Statusmeldungen an Ärzte versenden, sie über neue Ereignisse aufklären und so schnell zu einer besseren Entscheidungsfindung verhelfen. Auch ein Abgleich mit digitalen Datenbanken bei Krankheitsfällen ist problemlos und möglich – und all das in einem kleinen, handlichen Gerät.

Wie in den beiden Videos zu sehen ist, werden auch Designer ihre liebe Freude an dem Gerät haben. Aber auch Studenten. Sie können für jede Vorlesung ein eigenes Notizbuch führen, ihre Unterlagen schnell mit anderen austauschen – man kann schneller Lernen und Vergangenes einfach über eine Suche nachschlagen. All dies, und die Möglichkeit das Gerät als E-Reader und Multimedia-Player einzusetzen, runden das Paket ab. Und die Handschrifterkennung und Texteingabe über einen Stift ist für ein solches Gerät die einzig richtige Wahl. Bildschirmtastaturen sind auf Dauer nicht gut nutzbar.

Die Fragen die zuletzt noch bleiben: Wird das Gerät wirklich so, wie es die Videos zeigen? Wie viel wird es kosten? Wann wird es erscheinen?

Eines ist klar: Schon lange habe ich mich nicht mehr so auf ein Gadget gefreut. Hier werde ich, wenn der Preis stimmt, sofort zuschlagen. Und kann zudem allen nur empfehlen, sich vom iPad nicht blenden zu lassen, sondern abzuwägen, welches Gerät wirklich sinnvoller und für den eigenen Anwendungsfall angebrachter ist. Microsoft scheint aber verstanden zu haben, worum es geht: Nicht den anderen Nacheifern und Kopieren, sondern eigene, kreative Geräte mit vielen Nutzungsmöglichkeiten und einer einfachen und intuitiven Benutzeroberfläche und Benutzerführung herzustellen. Ich freue mich! (Daniel Schürmann)

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Kategorie: Kommentar,News,Standpunkte | Tags: , , , , , ,
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