Vorstellung „Notion Ink“-Tablet: Adam

18. Mai 2010, 9:50 Uhr | Archiv

Aus Indien kommt bald ein Tablet-PC der es ernsthaft mit Apples iPad aufnehmen kann. Nicht nur die Hardware, auch die Software ist um Längen besser und es hat zahlreiche Anschlussmöglichkeiten. Die Rede ist vom Adam der indischen Entwickler „Notion Ink“. Wir stellen das Tablet vor und erklären, was dran ist am iPad-Killer.

Notion Ink Adam (Quelle: Notion Ink)

Als Notion Ink, ein Start-Up aus Hyderabad gegründet von sechs IT-lern und einem MBA, Anfang des Jahres seinen Adam vorstellte, dachten viele, es würde sich um einen Witz handeln. Spätestens als ein funktionierender Prototyp aus der Consumer Electronics Show 2010 in Las Vegas vorgestellt wurde, war die Fachpresse verblüfft. Man hat einen mit Features vollgepacktes Tablet entwickelt, dass ein ernst zu nehmender Konkurrent für das iPad ist, da es mehr Funktionen und bessere Hardware zu einem niedrigeren Preis bietet.

Die Hardware des Adam
Als CPU sorgt ein neuer ARM Cortex A9 Dual Core mit 1 HGZ für die nötige Rechenpower. Die Grafikleistung stellt der Nvidia Tegra II Chip zur Verfügung, der als einer der schnellsten mobilen Grafikchips gilt. Das Adam verfügt als erstes Gerät über einen 10 Zoll kratzfesten PixelQi-Bildschirm mit einer Auflösung von 1024x600px, welches drei Betriebsmodi beherrscht: LCD-Modus, einen Stromspar-Modus mit Basisfarben sowie einen Stromspar-E-Paper-Modus. Mit letzteren soll sich die Laufzeit von 16 Stunden (bei aktivierter Hintergrundbeleuchtung, also HD-Videowiedergabe) auf bis zu 160 Stunden beim Lesen von E-Books oder Hören von Musik steigern lassen. Man kann den Adam also sowohl bei schwachem Licht (Abends) wie auch draußen im hellen Sonnenlicht gleichermaßen gut nutzen und lesen. Zudem ist im Gerät eine 180° schwenkbare 3,2 MP-Kamera eingebaut, die sowohl zum Nutzer, als auch von ihm weg gerichtet sein kann und somit für Videoaufnahme wie Telefonkonferenzen gleichsam geeignet ist.

Notion Ink Adam (Quelle: Notion Ink)

Das Tablet ist durch seinen 10 Zoll Bildschirm etwas größer und schwerer als das iPad und wiegt knapp ein Kilogramm. Ein HDMI Anschluss für 1080p-Videoausgabe ist integriert, ebenso ein optionales 3G Modul, Bluetooth, Wifi (ohne 802.11n, nur b/g Modus), Licht- und Näherungssensor, einen Beschleunigungs- und Lagesensor und A-GPS für die Standortbestimmung. Der Adam soll mit 16 oder 32 GB integriertem Flash-Speicher kommen und zum Ausbau einen MicroSD-Kartenslot mitbringen. Lautsprecher sind integriert, ein Mikrofon sowie Anschluss für externe Lautsprecher sind ebenfalls enthalten, wie auch drei USB-Ports über die sich Maus, Tastatur oder Festplatten anschließen lassen sollen.

Als kleines Schmankerl hat sich Notion Ink etwas einfallen lassen: Will man keine Finger auf das Touch-Display legen, zum Beispiel weil man Flash-Videos abspielen will und Mouse-Over-Effekte nutzen möchte, so bewegt man mittels eines auf dem Rücken des Adam befindlichen Trackpads den Cursor über die Oberfläche.

Die Software
Als Betriebssystem kommt in der Standardausführung Android zum Einsatz. Die Entwickler haben jedoch bereits angedeutet, dass man auch Chromium (Googles kommendes Betriebssystem), Ubuntu oder weitere Linux-Variationen auf dem Gerät installieren könnte. Durch diese Betriebssystemwahl unterstützt es, wie jedes Linux, volles Multitasking. Als Tastatur kommt wie bei den Tablets gewohnt eine Bildschirmtastatur zum Einsatz. Als Webbrowser kommen zum Beispiel Firefox oder Chrome zum Einsatz – beide mit voller Flash-Unterstützung (siehe Video).

Nutzt man Android auf dem Adam, so hat man vollen Zugriff auf den Android-App Store, der zahlreiche Applikationen bereitstellt. Nutzt man Linux, so sollen sich alle Linux-Anwendungen frei nutzen lassen. Ein deutlicher Vorteil gegenüber dem iPad. Dennoch muss man sagen, befinden sich wenige Apps für große Bildschirme im Android-Store. Um dieses „Problem“ zu lösen, haben die Entwickler von Notion Ink einen Wettbewerb ins Leben gerufen, in dem sie für innovative Apps für Tablets Preisgelder in Höhe von eine Million US-Dollar ausgesprochen haben.

Zudem hat man eine eigene E-Reader-App entwickelt, die alle aktuellen E-Book-Formate (wie ePub) öffnen können soll. Zudem lassen sich Apps von Amazon (Kindle) und anderen E-Book-Anbietern durch die Android-Basis nutzen.

Die Kosten
Der Adam soll in mehreren Versionen auf den Markt kommen. So soll es eine Version mit, und eine ohne das PixelQi-Display geben, mit mehreren Speicherausbaustufen, mit und ohne integriertes 3G. Je nach Fassung bezahlt man mindestens 321 US-Dollar und maximal rund 800 US-Dollar wenn man alles haben will. Die Auslieferung der ersten Geräte war erst für Ende Juni geplant, wurde aber kürzlich auf das 3. Quartal verschoben (Juli bis September) Die Features und Preise werden zudem in einem kurzen („leicht“ subjektiv geprägten) Video erklärt. (Daniel Schürmann | Quelle: siehe Text und technoholik.com, pc-professionell.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

2 Kommentare

  1. Antworten

    kptnblaubaer

    26. Mai 2010

    ja ja, das kommt mir irgendwie bekannt vor: grossartige ankündigungen, produktionsstart x-mal verschoben, hauptsache die kunden hingehalten, damit diese ja nicht in versuchung kommen, bereits erhältliche konkurrenzprodukte zu kaufen. beispiel: die seit zig-monaten angekündigte kabel-fritzbox.....

  2. Antworten

    Flo

    18. Mai 2010

    Guter Artikel, ich räume dem Adam Tablet auf jeden Fall Chancen ein und es gehört derzeit zu einem meiner Favoriten. Vorallem überzeugt mich die Display Technologie und wenn tatsächlich auch der Android Market mit an Bord ist, habe ich nichts zu meckern.

    Wer das Notion Ink Adam mit anderen Tablets vergleichen will dem kann ich http://www.tablet-user.de/tablet-vergleich/ empfehlen. Bin ich gerade drauf gestoßen.


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