Wie Apple seine Jünger veräppelt

10. Juni 2010, 8:22 Uhr | Archiv

Steve Jobs übertreibt gerne mal – und auch Apple hat es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht, sein iPhone besser darzustellen, als es eigentlich ist. Letztes populäres Beispiel die Auflösung des iPhone 5 Retina Displays, für welches er bereits im Internet unter die Räder gekommen ist. Doch es gibt nur mehr irreführende Videos, Fotos und Aussagen, mit dem Ziel den Apple Jüngern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Oben: Originalauflösung, doppelte und vierfache Auflösung // Unten: Apples Darstellung

Kommen wir zuerst zum Retina Display. Die Anzahl der Pixel hat sich vervierfacht, aber die Auflösung nur verdoppelt von 162 auf 326 Pixel pro inch. Das von Steve Jobs während seiner Präsentation gezeigte Beispiel, wie die neue Auflösung die Qualität der Darstellung erhöht, ist auch falsch gewählt worden und zeigt eine vervierfachung der Auflösung. George Ou, der für Digital Society schreibt, hat dazu eine Grafik erstellt, die Realität mit dem von Steve Jobs gezeigtem gegenüberstellt. Dennoch muss man sagen, dass das neue iPhone-Display das derzeit beste auf dem Markt ist. Doch hat man hier auch die Werbung überzogen und somit gefälscht.

Ein weitere Beispiel für solch eine Fälschung zeigte sich bei der Vorstellung des iPads im Januar diesen Jahres. Dabei zeigte Steve Jobs ein Video in dem auf dem iPad auch die Webseite der New York Times geöffnet wurde. Statt leere Bereiche zu zeigen, da das iPad kein Flash unterstützt, wurde das Video nachbearbeitet und Flash einfach eingefügt. Der Flash-Inhalt war also gefälscht und Apple nahm das Video vom Netz.

Das sicherlich vielen bekannteste Beispiel sind die Werbespots die Apple für das iPad oder das iPhone im Fernsehen schaltet. fast alle Sequenzen, sei es das öffnen einer App, das Laden einer Webseite oder sonstige Aktionen sind geschnitten und gekürzt. Potentielle Käufer erwarten also aus der Werbung eine Geschwindigkeit von ihren Apple Geräten, die niemals eingehalten werden können. Ein Video im Internet zeigt dagegen die echte Geschwindigkeit der Geräte. Seit einigen Monaten jedoch muss Apple in seinem Spots „Sequenzen gekürzt“ einblenden, da unter anderem in England Apples Spot den Aufsichtsbehörden aufgefallen sind.

In England wurde zudem auch eine Aussage von Apple in einem seiner Spots bemängelt. Man versprach für das erste iPhone, das alle Teile des Internets unterstützt werden. Doch da das Gerät weder Flash noch Java unterstützt, hatte man ein Problem mit dieser Aussage. (Daniel Schürmann | Quelle: gawker.com, 37signals.com, digitalsociety.org)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    promodoro

    10. Juni 2010

    Werbung soll Übertreibungen und Fälschungen enthalten? Das ist ja wirklich unglaublich!
    Bei einem Handy ist das ja noch nicht so schlimm. Aber man stelle sich nur vor, wenn das wirklich Schule macht! Dann würde am Ende mein Hemd, über das ich heute Morgen Kaffee geschüttet haben, nicht mehr wirklich weiss werden? Und mein neues 6-Liter-Auto in Tat und Wahrheit vielleicht 8 Liter saufen?
    Ein wirklich furchtbares Szenario. Was für eine gemeine Welt das wäre.
    Aber zum Glück ist es ja nur Apple, die mit ihrer Werbung übertreiben. Ich kaufe mir deshalb nun statt ein neues iPhone ein Nokia-Handy, denn die lügen bestimmt nicht und ich kann mich auf das Versprechen verlassen, dass ich damit prima im Web surfen kann und dass es sich problemlos mit meinem Mac synchronisieren lässt…


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