Apple und Google wollten Palm kaufen

19. Juli 2010, 8:12 Uhr | Archiv

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass HP das angeschlagene Unternehmen Palm übernehmen wird. Es ging schnell und heiß zu, wie jetzt neue Informationen belegen. Demnach wurden 16 Unternehmen zur Übernahme angeschrieben, fünf seriöse Angebote und Käufer soll es gegeben haben: HP, Lenovo, RIM, Apple und Google. Warum aber machte letztlich HP mit dem 1,2 Milliarden Dollar-Angebot das Rennen?

WebOS auf dem Palm Pre (Quelle: engadget.com)

Wie jetzt neue Informationen, die sich auf eine Quelle beziehen die mit der Übernahme vertraut war belegen, dass neben HP auch Apple, Google und der BlackBerry-Hersteller Research In Motion (RIM) im Rennen um Palm waren. Apple ging es dabei nur um die Patente (mehr als 850) und das geistige Eigentum vom Palm. Doch Apple wollte Palm weiterhin mit Finanzmitteln versorgen, vermutlich um gegen RIM auf den Markt der Smartphones mit Hardware-Tastatur Druck aufzubauen. Letztlich hat Apple jedoch nicht genug geboten, sodass man sich für HP entschied.

RIM war ebenfalls mit im Rennen und hatte seine Hände wohl schon sehr nahe an einer Vertragsunterzeichnung. So war das erste Angebot des BlackBerry Herstellers deutlich über dem von HP, doch HP zog nach und erhöhte sein Gebot.

Google war wohl nur an Palm interessiert, weil man glaubte, Apple sei interessiert. Doch da die Entschieder bei Google nicht mitbekamen, dass Apple wirklich mitbietet, legte man keinen weiteren Wert auf die Übernahme. Interessiert war der Suchmaschinen-Riese vermutlich nur am geistigen Eigentum und den Patenten. Nokia hingegen war gar nicht in der Nähe der Palm-Übernahme.

Erst kürzlich erklärte Palm, wie es zur Übernahme von HP kam. Demnach hat ein Unternehmen A (vermutlich Apple) 600 Millionen US-Dollar in Cash geboten, aber das Angebot nicht erhöht. Man wollte wohl keinen Bieter-Krieg beginnen.

Ein Unternehmen B (vermutlich Lenovo) schlug vor, die Übernahme durch einen Aktientausch zu zahlen. Doch diese Transaktion sollte um einiges länger dauern, als von Palm gefordert, sodass man sich von diesem Angebot abwand. Ein Unternehmen C (RIM) wollte anfänglich nur die Patentrechte von Palm kaufen, später aber das Unternehmen komplett übernehmen und bot ca sechs bis sieben US-Dollar pro Aktie, doch nach einigen Beratungen senkte man das Angebot auf 5,50 US-Dollar pro Aktie.

Unternehmen D (Google) nahm unterdessen Kontakt mit Palm auf, um Patente zu kaufen, hat jedoch kein Übernahmeangebot für Palm vorgelegt. Weitere Diskussionen verliefen im Sand und endeten kurz darauf. HP gab dann sein Angebot von 5,70 US-Dollar pro Aktie ab, woraufhin man sich für dieses Unternehmen entschied und nun daran arbeitet, das die Betriebssystem-Plattform WebOS für Tablets, Drucker und andere mobile Geräte aufzubereiten. (Daniel Schürmann | Quelle: gizmodo.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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