E-Book-Verkäufe übertreffen Bücher

21. Juli 2010, 8:01 Uhr | Archiv

Während Amazon weiterhin keine konkreten Verkaufszahlen zu seinen E-Readern Kindle und Kindle DX nennt, hat das Unternehmen mit seinem Kindle Store in den letzten drei Monaten für jede 100 Hardcover Bücher 143 elektronische Bücher verkauft. Zudem konnten die Verkäufe der E-Reader um das Dreifache gesteigert werden, bedingt durch die Preissenkungen.

Kindle von Amazon (Quelle: Amazon)

In seiner aktuellsten Pressemeldung zitiert Amazon die Association of American Publishers (Verband der Amerikanischen Verleger). Demnach stiegen die E-Book-Verkaufszahlen im Mai 2010 im Vergleich zu Mai 2009 um 163 Prozent insgesamt. Einen großen Anteil an diesen steigenden Zahlen hat Amazon mit seinem Kindle Store der nicht nur für das gleichnahmige Gerät sondern auch als App für den heimischen PC und Laptops, sowie Apples Kindle, iPhone, iPod und Android-Geräte zur Verfügung steht. Auch Apples Eintritt im April in den E-Book-Markt mit seinem iBook Store (Anfangs nur für das iPad, mittlerweile auch für das iPhone) dürfte die Verkäufe deutlich angekurbelt haben.

Insgesamt verkaufte Amazon für jede verkauften 100 Hardcover-Bücher 143 Kindle E-Books. Im Juni 2010 fielen auf 100 verkaufte physische sogar 180 digitale Bücher. In die Zahlen wurden jedoch nicht mit eingerechnet, dass es auch kostenlose E-Books gibt.

Kritik an diesen Vergleichen kommt auf, wenn man sich die Zahlen näher anschaut. Zwar werden keine kostenlosen E-Books mit aufgenommen (wodurch laut Amazon das Verhältnis weiter steigen würde, da zu den 630.000 eingerechneten E-Books noch 1,8 Millionen weitere kostenlose, da gemeinfrei, hinzukommen würden), doch hat Amazon auch nur die digitalen Verkäufe mit Hardcover-Büchern verglichen (von denen Amazon einige Millionen verkauft). Die sogenannten Taschenbücher wurden von Amazon nicht mit in die Statistik aufgenommen. Denn auf 100 verkaufte Bücher entfallen nur knapp 35 auf Hardcover Bücher. Die anderen sind Taschenbücher (56), der Rest entfiel 2009 auf E-Books sowie Audio-Bücher.

Konkrete Zahlen zu verkauften E-Books nennt Amazon für folgende Autoren, die jeweils mehr als eine halbe Millionen Kindle-E-Books verkauft haben sollen: Charlaine Harris, Stieg Larsson, Stephenie Meyer (Twilight-Reihe) und Nora Roberts. James Patterson hat laut seinem Verleher Hachette sogar insgesamt schon 1,14 Millionen E-Books verkauft, knapp 868.000 fallen auf Kindle Verkäufe.

Insgesamt wurden in den ersten fünf Monaten 2010 rund 146 Millionen US-Dollar Umsatz mit elektronischen Büchern gemacht. Das ist schon fast drei Mal soviel wie im kompletten Jahr 2008 gemacht wurde, nämlich 56,5 Millionen US-Dollar. Derzeit haben E-Book-Verkäufe einen Marktanteil am Umsatz der gesamten Buchverkäufe von 8,5 Prozent wenn man die bisherigen Zahlen des Jahres zusammen nimmt. (Daniel Schürmann | Quelle: gizmodo.com, engadget.com, davidderrico.com, golem.de, spiegel.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

2 Kommentare

  1. Antworten

    Jensemann

    21. Juli 2010

    Naja - wieder einer reingefallen...

    Siehe hier:
    Amazon rechnet E-Book-Verkauf schön
    Der E-Reader Amazon Kindle ist ein großer Erfolg - unbestritten. Jetzt verkündet Amazon, dass mehr Bücher in digitaler als in gedruckter Form verkauft worden sind. Es lohnt ein Blick darauf zu werfen, was da miteinander verglichen wird.

    http://www.pocketbrain.de/newsticker/news/3173-amazon-rechnet-e-book-verkauf-schoen.html

    • Antworten

      Daniel

      21. Juli 2010

      Wer soll reingefallen sein? Haben Sie unseren kompletten Newstext gelesen? Wir sind noch mehr ins Detail gegangen, wie Amazon die Zahlen schönrechnet als der von Ihnen verlinkte Artikel. ;-)


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