Weißes iPhone 4 erst zum Jahresende

26. Juli 2010, 7:59 Uhr | Archiv

Apple hat am Freitag in einer neue Pressemeldung erklärt, und das wird die Verantwortlichen in der Chefetage nicht erfreuen, dass man wegen Herstellungsproblemen gezwungen ist, die Auslieferung des weißen iPhone 4 womöglich bis zum Jahresende verschieben zu müssen. Man scheint also die Probleme, über die wir bereits mehrfach berichteten, nicht in den Griff zu kriegen.

Die kurze Meldung von Apple besagt: „Es hat sich herausgestellt, dass die weißen Modelle des iPhone 4 schwieriger herzustellen sind, als wir erwartet haben. Deswegen werden sie erst später in diesem Jahr verfügbar sein. Die Verfügbarkeit des beliebteren schwarzen iPhone 4 Modells ist davon nicht betroffen“. Zum Start des iPhone 4 wurde noch gesagt, es wäre Mitte Juli, also knapp einen Monat nach dem offiziellen Start des schwarzen iPhone 4 verfügbar. Später gab Steve Jobs während einer Pressekonferenz zu den Antennen-Problemen als neuen Termin Ende Juli an. Nun also die erneute Verzögerung bis „später im Jahr“. Konkreter wollte man wohl nicht werden.

Doch wie kommt es zu den Problemen in der Herstellung: Der Prozess um die Rückseite des Glases schwarz zu machen, ist ein galvanischer Prozess. Dadurch erhält man einen konsistenten und haltbaren schwarzen Film. Um jedoch eine weiße Rückseite zu erreichen, muss man mit weißer Farbe arbeiten. Mittels Farbe ist es schwer, ein glatten, opaken Look zu erhalten. Zudem darf die weiße Farbe nicht zu dick aufgetragen sein, da sonst der Kleber nicht am Glas sondern an der Farbe haftet und sich die Farbe vom Glas löst. Das dürfte kurze Zeit später bei den Endkunden für Probleme sorgen.

Ein weiterer Leser, der wohl bei Apple arbeitet, äußerte sich ebenfalls zum Thema. Er teilte mit, dass das Weiß des iPhones nicht aufgemalt sondern im Siebdruck aufgedruckt wird. Doch die Farbanforderungen für das Weiß der neuen iPhones sind “verrückt”. Die Toleranzen die man bei Apple versucht zu erreichen seien der Grund für die Verzögerung. Zwar ist der Siebdruck einigermaßen kontrollierbar, aber die Farbanforderungen die Apple stellt seien einfach nur schwer erreichbar.

Ein Mitarbeiter von Lens Technology, welches die Gläser für das iPhone herstellt, erklärte, dass man derzeit Probleme habe, den Druck der weißen Farbe auf das Glas zu kontrollieren. Genauer: Man sucht die richtige Mischung aus Farbauftragsmenge und Opazität. Die ersten weißen iPhone 4 Cover die es in die Hände von Engadget geschafft haben, sollen dunkler sein, als zum Beispiel das iPhone Dock. Daher geht man davon aus, dass die Ende Juli kommenden weißen iPhones deutlich weißer sein werden.

Unterdessen hat Apple damit begonnen, die Kosten von über die Unternehmenswebseiten bestellte Bumper-Schutzhüllen zurück zu erstatten: Wenn Sie noch keine Schutzhülle haben, hier die Anleitung, wie Sie von Apple kostenlos eine (nur schwarz ist verfügbar!) innerhalb von drei bis fünf Wochen zugeschickt bekommen:

1. Laden Se sich die App „iPhone 4 Case Program“ aus dem App Store herunter
2. Starten Sie diese App auf Ihrem iPhone 4 und loggen Sie sich mit Ihrer Apple ID oder iTunes Account ein
3. Wählen Sie ihren Bumper oder Schutzhülle

Wenn Sie Ihr iPhone 4 vor dem 23. Juli gekauft haben, müssen Sie dieses Vorgehen bis zum 22. August abgeschlosen haben. Ansonsten innerhalb von 30 Tagen seit dem Kauf. (Daniel Schürmann | Quelle: engadget.com, gizmodo.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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