Wettbewerbswidrige E-Book-Verträge?

4. August 2010, 8:16 Uhr | Archiv

In den USA untersucht die Justiz derzeit mögliche wettbewerbswidrige Verträge bei E-Books. Demnach haben Amazon und Apple mit Verlegern Verträge abgeschlossen, wonach sie sich selbst einräumen, immer das beste Angebot stellen zu dürfen. Auf diesem werden Konkurrenten daran gehindert, günstigere Preise anzubieten.

Nook von Barnes & Noble (B&N) (Quelle: hothardware.com)

In Briefen an beide Unternehmen hat Anwalt Richard Blumenthal die Unternehmen zu einem Treffen geladen, wo es um die „Bestpreis“-Klauseln in den Verträgen mit Buchvelegern geht. Diese sind auch bekannt als „most favored nation“, so in einer Erklärung des Anwalts. Verlage die Verträge mit solchen Klauseln abgeschlossen haben sind unter anderem die fünf größten Verlage in den USA: Macmillan, Simon & Schuster, Hachette, HarperCollins and Penguin.

Diese Verträge mit Amazon und Apple verbieten es den Verlagen, Konkurrenten von Apple und Amazon preisnachlässe zu gewähren, da diese Konditionen ebenfalls automatisch an Amazon und Apple vergeben werden müssen. Dadurch werden günstigere Preise blockiert, was letztlich den Kunden schadet.

Die Kanzlei des Anwalts hat in vorläufigen Untersuchungen herausgefunden, dass die E-Book-Preise mehrere New York Time Bestseller bei Amazon, Apple, Borders sowie Barnes & Noble absolut identisch sind. Während in Deutschland eine Buchpreisbindung genau dies festlegt, wird in den USA hingegen mehr Konkurrenz zum Wohle des Kunden gefordert.

„Der E-Book-Markt steht vor einem Boom“, erklärte der Anwalt. Daher müssen die Kunden vor zu hohen Preisen geschützt werden, vor allem mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft wo E-Reader und Tablets wohl ganz oben auf den Wunschlisten stehen werden. Daher werden die beiden größten E-Book-Anbieter Apple und Amazon, die sich den Markt zum großen Teil aufteilen, nun in die Kanzlei gebeten, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Denn durch die Vertragsklauseln können die beiden Unternehmen den niedrigsten Preis festsetzen – Konkurrenten dürfen diesen schlichtweg nicht unterbieten. Und Preisabsprachen sind nicht erlaubt (Daniel Schürmann | Quelle: www.ct.gov)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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