Google stellt Wave-Entwicklung ein

6. August 2010, 8:17 Uhr | Archiv

Google hat seinen Echtzeit-Kommunikationsdienst Google Wave für tot erklärt – und das kaum mehr als zwei Monate nach dem allgemeinen Start. Der Kollaborationsdienst wird nicht weiterentwickelt, wenngleich die Webseite zumindest bis Jahresende online bleibt. In Zukunft sollen Teile aus Wave in andere Google Dienste einfließen.

Quelle: www.chromeos.me

Erst im Mai gab Google bekannt, dass man die Internet-Kommunikation revolutionieren will. Mit seiner neuen Software Google Wave wollte das Unternehmen mit einen Programm alles abdecken: chatten, mailen, gemeinsam sowie gleichzeitig an Dokumenten arbeiten. Als Ziel für Google Wave galt die Vorgabe, eine „neue Art der Kommunikation und Online-Zusammenarbeit zu schaffen“. Wert hat man vor allem auf eine einfache Bedienung gelegt. Unterhaltungen werden gebündelt und Mehrbenutzerchats sind möglich – so braucht man nicht, um andere Personen in eine Konversation einzuführen, die E-Mails weiterleiten. Eingaben sollen auch „live“ im System zu sehen sein.

Wave sollte auch durch seine Zusatzfunktionen überzeugen. So konnten zum Beispiel Texte und Tabellen aus Googles Office importiert werden. An diesen Dokumenten konnte man dann gleichzeitig mit Kollegen arbeiten. Auch die Video, Karten und Fotodienste von Google ließen sich problemlos in Wave einbinden.

Für Durchschnittsuser war Wave wohl etwas zu komplex. Die zugrunde liegenden Technologien wird Google jedenfalls nicht zu Grabe tragen, da sie in zukünftige Projekte einfließen soll. Dabei hat das Kommunikations- und Zusammenarbeitstool von Experten viel Zuspruch erhalten. Beispielsweise hat SAP bereits im Herbst 2009 mit „Gravity“ ein Projekt auf Wave-Basis vorgestellt, mit dem sich Business-Prozesse modellieren lassen. Denkbar wäre es, dass Google Teile von Wave in sein Online Office Paket einbaut oder in Conferencing-Lösungen.

Ein Wiederverwerten von Code und Technologien ist auch Googles erklärter Plan, weshalb man das Scheitern von Wave nicht weiter tragisch nimmt. „Für uns ist es voll okay, etwas sehr Schwieriges auszuprobieren, damit keinen Erfolg zu haben, aber das Gelernte auf neue Art anzuwenden“, so Unternehmenschef Eric Schmidt gegenüber Cnet. Allerdings macht Google noch keine konkreten Angaben dazu, in welcher Form oder welchen Produkten Wave-Technologien in Zukunft wieder auftauchen werden. (Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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