Hanvon WiseReader N526 im Test

14. September 2010, 10:11 Uhr | Archiv

Der kleine E-Reader von Hanvon ist gerade in den Beyond-Print Büros angekommen, wurde ausgepackt und von uns gründlich untersucht. Wenn Sie wie wir auch neugierig auf das Gerät sind, finden Sie hier bei uns einen Testbericht. Das Gerät des chinesischen Herstellers Hanvon wurde uns freundlicherweise von dem deutschen Distributor Papyrus GmbH zur Verfügung gestellt.

Design

Das erste, was man beim Öffnen der Verpackung sieht, ist der WiseReader selbst: 153 x 112 mm, in mattem Schneeweiß, mit abgerundeten Kanten und eine silberne Leiste am Rand –das kleine Gerät hinterlässt einen guten Eindruck. Über der Hardware-QWERTZ-Tastatur befindet sich das 5-Zoll-Touch-Display. Hierbei handelt es sich um einen E-Ink-Bildschirm. An der hinteren rechten Seite befindet sich der Stylus-Stift, mit dem Hanvons E-Reader zu bedienen ist. An der linken Seite neben dem Display befinden sich zwei Knöpfe zum Blättern durch die Inhalte.

Mit seinen 200 Gramm und 10,3 mm Dicke liegt das Gerät komfortabel in der Hand. Im Lieferumfang ist ein, in der Produktbeschreibung als „Schutzhülle“ bezeichneter Ledereinband in Elfenbein enthalten. Hat man den E-Reader hinein gesteckt, wirkt er fast wie ein Buch, was auch eine bequemere und stabilere Handhabung ermöglicht. Dank der kompakten Abmessungen lässt sich das Gerät leicht einpacken, er passt auch in kleinere Damentaschen.

Technische Ausstattung

Wie bereits  oben erwähnt, besitzt der WiseReader einen 5-Zoll-großen Bildschirm, dessen Auflösung 800 x 600 Pixel beträgt. Es werden Bilder in den Formaten JPG, TIF, BMP, PNG und GIF mit maximal acht Graustufen angezeigt. Das Gerät liest die bekanntesten Leseformate TXT, PDF, HTXT, HTML, PDF, EPUB, DOC und für die Nutzungskontrolle steht Adobe Content Management 4 bereit.

Der E-Reader verfügt über einen interner Flash-Speicher mit 512MB, über den Micro-SD-Slot lässt sich aber die Speicherkapazität auf bis zu 32GB anheben. Die Kommunikation mit einem Computer ist durch den unten platzierten USB mini Anschluss gesichert. Für eine erfolgreiche Verbindungsherstellung ist Windows XP, 2000 oder 7 nötig, wobei das Gerät vom Betriebssystem direkt als ein Wechseldatenträger erkannt wird und das Installieren von weiteren Treibern nicht nötig ist.

Der Akku soll laut Herstellerangaben das Durchblättern von 8000 Seiten überstehen können, was in etwa 15 Tage intensivem Lesen ohne Benutzung des Stifts entspricht. Bei unserem Test wollten wir das Gerät maximal belasten und haben es eingeschaltet und die MP3-Wiedergabe gestartet: der Akku hat nach zehn Stunden keine Energie mehr geliefert. Die Aufladung durch das Netzteil hat anschließend zwei Stunden gedauert, über das USB-Kabel soll sie vier Stunden dauern.

Darstellung und Wiedergabe von Inhalten

N526 bietet eine reibungslose Darstellung von PDF-, EPUB und TXT-Dateien. Die Seiten lassen sich verkleinern oder vergrößern, man kann auch eine Anpassung  am Fenster oder an der Seitenbreite wählen. Unserer Meinung nach ist die Lesbarkeit beim zweitgenannten Modus besser. Man scrollt entweder mit dem Stift, ähnlich wie beim iPhone oder über die Pfeilentasten an der Tastatur nach unten. Beim Seitenwechsel treten aber Verzögerungen, die leider durch die E-Ink-Technologie bedingt sind. Interessantes Feature ist die Volltextsuche in PDF-Dateien, was die Suche nach bestimmten Informationen deutlich erleichtert. Ansonsten läuft das Windows CE Betriebssystem problemlos, bei unseren Tests ist es zu keinen Stillstand gekommen.

Ein angenehmes Feature ist, dass der E-Reader auch Audiodateien wiedergeben kann. Zu den unterstützten Formaten gehören MP3, WMA und WAV. So kann man das Gerät auch als MP3-Player benutzen und Hörbücher abspielen oder einfach Musik hören während man damit liest. Leider sind die im Lieferumfang enthaltenen Kopfhörer nicht sehr ergonomisch und bringen nicht die beste Soundqualität. Dafür bieten die an der hinteren Seite des E-Readers platzierten Lautsprecher einen guten Klang.

Bedienung

Wenn man das Gerät einschaltet, erscheint das verständlich aufgebaute Hauptmenü, wodurch man Zugang zu allen Funktionen und Inhalten hat. Hier wurde klar: man muss auf dem Touch-Display mit dem Stift operieren – auf Fingerberührung reagiert das Display nicht. Was ein bisschen Schade ist, denn in letzter Zeit hat man sich schon von der Stiftbedienung etwas verabschiedet. Ein weiterer Punkt hier ist, dass bei einem eventuellen Verlust des Pens der Screen unbenutzbar wird und das Gerät mittels der Tastatur bedient werden muss, was wir eher mühsam fanden. Einzige Möglichkeit: Nachkaufen des Stifts.

Der WiseReader N526 bietet mehrere Eingabemöglichkeiten: man kann Texte über die Hardware- oder Software-Tastatur eingeben. Dazu unterstützt das Gerät Handschrifterkennung, was das Schreiben von Notizen oder Memos deutlich erleichtern kann. Allerdings wirkt die Erkennung nicht reibungslos, es ist ab und zu passiert, dass das System einige Zeichen falsch aufgenommen hat.

Ein weiteres interessantes Feature ist, dass man beim Lesen direkt auf dem geöffneten Dokument – egal ob PDF oder TXT – Notizen machen kann. Das kann sich zum Beispiel beim Korrekturlesen nützlich zeigen, so wie beim Lernen von Uni-Scripten oder anderen Texten, wie wir im Test herausfanden. Jedoch, können Probleme beim löschen der Anmerkungen auftreten: mit dem Radiergummi-Modus des Stiftes lassen sich die Notizen nicht immer vollständig löschen, man muss dann den „Refresh-Screen“-Button nutzen.

Lieferumfang und Preis

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Gerät selbst das dazugehörige Ledereinband, die Stereo-Kopfhörer, das Netzladekabel, ein USB-Kabel und die 4GB Micro SD Speicherkarte enthalten. Man findet auch eine Reihe von vorinstallierten Büchern. Der WiseReader ist in Deutschland bei dem Distributor Papyrus GmbH und bei Ingram Micro zu erwerben. Im  Online-Store von Papyrus kostet er 241,14 Euro.

Fazit

Das Gerät wurde von Beyond-Prints Team getestet und beurteilt. Der Eindruck, den das Gerät bei uns hintergelassen hat ist positiv. Der Hanvon N526 hat sich im täglichen Gebrauch als praktisch herausgestellt- Besonders gut fanden wir seine Multitasking-Fähigkeit beim Abspielen von Audiodateien und gleichzeitigem Lesen von Büchern. Die Notizen-Funktion ist auch auf jeden Fall nützlich. Was wir schlecht fanden ist die Trägheit des Bildschirms, da sie aber auf die E-Ink-Technologie zurückzuführen ist, können wir dem Produzenten daraus keinen Strick drehen. Wenn Sie nun von dem N526 überzeugt sind, können Sie den E-Reader im Online-Shop von Papyrus bestellen. (Milena Stoimenova @ beyond-print.de)

Über den Autor

Marco Schürmann

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