Xerox verkauft Espresso Book Machine

30. September 2010, 9:34 Uhr | Archiv

Angang 2009 berichteten wir zum ersten Mal über die Espresso Book Machine, eine On Demand Maschine mit der sich über eine digitale Buchdatenbank innerhalb weniger Minuten Taschenbücher drucken lassen. Nun vertreibt Xerox die Maschine an interessierte Buchverkäufer.

Die Espresso Book Machine (Quelle: Xerox)

Während Xerox die Book-on-Demand Maschine vertreibt, liefert Google die Buchdatenbank. Gemeinfreie Titel die keinem Urheberrecht mehr unterliegen, lassen sich innerhalb weniger Minuten über die Espresso Book Machine auf Papier bringen und mit einem Umschlag versehen. Nach anschließendem Beschnitt erhält der Käufer für kleines Geld (eine Seite kostet weniger als einen US-Penny) sein eigenes Taschenbuch. Die Maschine könnte unter anderem in Bibliotheken ihren Bestimmungsort finden. So könnten gemeinfreie Bücher bei Bedarf nachgedruckt werden. Zudem könnten sich Buchliebhaber alte Schätzchen auf Papier gedruckt kaufen, statt sie digital bei Google Books zu lesen.

Bei der Espresso Book Machine handelt es sich um eine voll integrierte On-Demand-Maschine, die Buchblocks druckt, bescheidet, bindet und mit vollfarbigen Buchdeckeln (Softcover) versieht. Zum Einsatz kommt die Maschine in den USA derzeit hauptsächlich in Buchhandlungen und Büchereien. In Zusammenarbeit mit der Xerox 4112 soll die Espresso Book Machine 300-seitige Bücher in weniger als vier Minuten zu produzieren. Der Buchblock und Umschlag werden dabei parallel bedruckt, zusammengeführt, geklebt und anschließend in einem dreiseitigen Beschnitt unterzogen.

Als Software kommt das EspressNet zum Einsatz. Dieses proprietäre System bietet Zugang zu einem Netzwerk von 3,3 Millionen Buchtiteln die von den Verlegern einzeln für den Druck auf der Espresso Machine freigegeben wurden. Die Espresso Book Machine wird nun von Xerox verkauft und zum Leasing angeboten. Buchhandlungen oder auch Cafés könnten die BoD-Maschine schon bald kaufen und in ihren Ladenräumen stehen haben. Ein Start in Deutschland ist aber wohl noch in weiter ferne, schlichtweg da die deutschsprachigen Inhalte fehlen. (Daniel Schürmann | Quelle: engadget.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    Thomas Michalski

    4. Oktober 2010

    Ich muss schon sagen, ich bin beeindruckt. Sehr beeindruckt.
    Ich fragte mich bisher noch, wie mögliche Schnittstellen zwischen dem eBook-Bereich, bzw. allgemein dem digitalen Textbereich, und dem Print-Markt langfristig aussehen können.
    Das hier ist ein Gerät, auf das ich als Idee zwar auch gekommen bin, das ich aber gedanklich unter futuristisch oder einfach unrealistisch abgelegt hatte.

    Sehr beeindruckend. Diese Technik, vielleicht noch mal ein oder zwei Generationen weiter, hat zweifelsohne das Zeug dazu, noch mal eine Menge verändern.

    Viele Grüße,
    Thomas


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