Maschinenhersteller: Kaum Wachstum

18. Oktober 2010, 9:22 Uhr | Archiv

Nach der drastischen Talfahrt in der Wirtschaftskrise geht es seit Anfang des Jahres für die Druck- und Papiertechnik moderat aufwärts. Der Fachverband Druck- und Papiertechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zeigt sich trotz einer raschen Erholung der Konjunktur im Maschinenbau insgesamt nur verhalten optimistisch.

ROLAND 700 HiPrint (Quelle: manroland.com)

Die Auftragsbücher der Druck- und Papiermaschinenhersteller füllen sich langsam und die Situation ist in einigen Unternehmen schon wieder so stabil, dass sie auf Kurzarbeit verzichten. Besonders die Auftragseingänge aus Asien und Südamerika sind derzeit ein wichtiger Motor für die Erholung der Branche. Dagegen ist die Nachfrage in den westlichen Industrienationen weiterhin sehr schwach was vor allem Süd- und Osteuropa, Nordamerika sowie Japan betrifft.

Auch nach der Krise stehen deutsche Hersteller von Druck- und Papier maschinen dank ihrer hohen Innovationskraft unangefochten an der Weltspitze. Die deutschen Hersteller geben gerade in den BRIC-Staaten maßgeblich den Takt vor. So stiegen die Umsätze der Druckmaschinenhersteller in China um mehr als die Hälfte, im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres, von knapp 122 Millionen Euro auf 187 Millionen Euro. In Brasilien ist es den deutschen Herstellern für Druckmaschinen im gleichen Zeitraum sogar gelungen, ihre Umsätze von 38 Millionen Euro auf 93 Millionen Euro mehr als zu verdoppeln.

Der Aufschwung macht sich auch im Bereich Papiertechnik besonders durch die starke Nachfrage in einzelnen Märkten bemerkbar: Allen voran Korea, wo sich der Umsatz von 4,2 Millionen Euro auf über 27 Millionen Euro im ersten halben Jahr 2010 mehr als versechsfacht hat im Vergleich zum Vorjahr. Ein fünffaches Umsatzwachstum zeigt der russische Markt (5,2 Millionen Euro in 2009 auf 34,4 Millionen Euro in 2010). Und auch Indien ist mit einem Umsatz wachstum von 30 Prozent im Vorjahresvergleich zu den ersten sechs Monaten ein wichtiges Exportland (25,2 Millionen Euro auf 34,6 Millionen Euro) für die deutschen Hersteller von Papiertechnik.

Dennoch betont der Verband, dass es verfrüht wäre von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen. Grund für den verhaltenen Optimismus sind wichtige Druck- und Papiermärkte in Europa und Nordamerika, die kaum eine Belebung zeigen. Für das Geschäftsjahr 2010 erwartet der Fachverband ein gleich bleibend niedriges Niveau. Galt der nordamerikanische Markt früher als das Zugpferd der globalen Wirtschaft, zeigen sich die Unternehmer dort momentan sehr verhalten und zögerlich bei der Anschaffung von Investitionsgütern. (Daniel Schürmann | Quelle: vdma.org)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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