RIM und Google kontern Steve Jobs

21. Oktober 2010, 8:01 Uhr | Archiv

Vor zwei Tagen hatte Steve Jobs im Rahmen der Apple-Quartalszahlenbekanntgabe unter anderem gegen Google und Research in Motion – den BlackBerry-Hersteller – gewettert. So sagte er, dass ein offenes System wie Android nicht immer Vorteile bietet und das 7-Zoll-Tablets wie das RIM PlayBook Totgeburten sein werden. Nun schlagen Google und RIM zurück.

Das RIM PlayBook (Quelle: RIM)

Als Steve Jobs zum ersten Mal nach zwei Jahre wieder bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse von Apple dabei war, teilte er gleich gegen die Konkurrenz aus – und zwar deutlich. So erklärte er, dass offene Systeme wie Android nicht immer die besseren seien und sich durch ihre Offenheitalleine nicht durchsetzen werden. Der leitende Android-Entwickler Andy Rubin erklärte in einer kryptischen Twitter-Nachricht, was Offenheit bedeutet – nämlich einfach die aktuellste Android-Version nutzen zu können nach einem Update über das Internet.

Auch zum Thema Entwicklung für Android-Geräte äußerte sich Steve Jobs übertrieben schlecht. Er behauptete, dass Unternehmen Probleme haben, weil sie ihre Software auf über 100 verschiedenen Android-Versionen testen lassen müssten. Konkret sprach er über die Entwickler von „TweetDeck“ (wobei er sie „TwitterDeck“ nannte). Diese erklärten nun, dass es bei der Android-Entwicklung ihrer App keine Probleme gab und alleine zwei Entwickler ausreichen würden. Somit wurde auch diese Behauptung von Steve Jobs widerlegt.

Zuletzt wetterte Steve Jobs auch gegen Research in Motion. Zum einen behauptete er, dass sich 7-Zoll-Tablets wie das PlayBook von RIM sich nicht am Markt durchsetzen werden, dass Flash keine Bedeutung mehr habe und verglich die iPhone Verkaufszahlen mit BlackBerry-Verkaufszahlen wobei er allerdings zu gunsten seines eigenen Geräts die Zahlen des Konkurrenten „schlecht-schummelte“. Kritik äußerte er an den 7-Zoll-Tablets vor allem, weil sie seiner Meinung nach zu klein seien für eine Fingerbedienung. Dabei vergaß er wohl, dass das iPad nur 3,4 Zoll groß ist und auch mit dem Finger bedient wird. Research in Motions Chef Jim Balsillie konterte nun darauf. So erklärte er, dass sieben Zoll-Tablets durchaus ihren Markt finden werden, ebenso wie es das iPad von Apple tat. Zudem sei das PlayBook ein offenes System, was vor allem Entwickler freut und auch Anwender würden sich nicht auf Dauer vorschreiben lassen wollen, was sie mit ihrem Gerät machen und was nicht machen dürfen. Daher sei Apples geschlossenes System nicht die Zukunft.

Flash hingegen sieht der RIM-Chef alles andere als negativ. So gehört es für ihn zum Internet dazu und wird auch heute noch für viele Inhalte zwingend benötigt. Zu den Verkaufszahlen sagte er, dass RIM seine BlackBerry Verkaufszahlen in den letzten fünf aufeinanderfolgenden Quartalen jeweils steigern konnte und im letzten Quartal zwischen 13,8 und 14,4 Millionen BlackBerrys verkaufen konnte. Er kritisierte Steve Jobs zudem weil er die Verkaufszahlen des iPhones schöngerechnet hat. So zählte er für die Verkaufszahlen des letzten Quartals die unerfüllten Aufträge des vorletzten Quartals mit ein. Und die Apple-Zahlen bezogen den September mit ein (wo es höhere Nachfrage nach Smartphones gibt) während Steve Jobs die RIM-Zahlen von Juni bis August nahm. (Daniel Schürmann | Quelle: winfuture.de, engadget.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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