Paid Content: Times zieht Bilanz

4. November 2010, 8:03 Uhr | Archiv

Die britische Zeitung „Times“ zieht nach Einführung eines Bezahlmodells für die eigenen Nachrichteninhalte im Internet eine positive Bilanz. The Times, die zu Rupert Murdochs News Corporation gehört, erklärte, dass man zusammen mit dem Schwesternblatt The Sunday Times seit dem Start im Sommer insgesamt 105.000 zahlende Kunden gewinnen konnte.

Bildquelle: Pixelio // Fotograf: Jetti Kuhlemann

Damit soll die von Experten erwartete Leserabwanderung ausgeblieben sein, so die Zeitungen. Gestärkt durch dieses erfolgreiche Ergebnis könnten nun auch andere Zeitungshäuser nachziehen und ihre Webangebote auf Paid Content umstellen. „Die ersten positiven Erfahrungen mit Paid Content können auch in Deutschland Verlage ermutigen, mit ähnlichen Geschäftsmodellen zu experimentieren“, meint Holger Kansky, Referent im Bereich Multimedia beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Die erfolgreiche Umstellung der Times zeige, dass sich im Web zunehmend eine Bezahl-Kultur etabliere, die von den Verlagen genutzt werden könne.

Von den 105.000 zahlenden Kunden seien rund die Hälfte regelmäßige Abonnenten der Webseiten oder der Angebote auf dem iPad bzw. für den E-Reader Kindle. Die andere Hälfte besteht aus Gelegenheitskäufern, heißt es vom Unternehmen. Der vorgelegten Bilanz zufolge kommen zu den 105.000 Bezahlkunden zusätzlich noch 100.000 Nutzer dazu, die ein Print-Abonnement besitzen und sich für einen kostenfreien Zugang zu den digitalen Angeboten angemeldet haben. Was den Wechsel der User auf das Paid-Content-Modell betrifft, ergibt sich somit eine beeindruckende Umstiegsrate von rund 70 Prozent.

Beyond-Print meint: Diese Zahlen müssen mit Vorsicht genossen werden. Von den 105.000 Nutzern die die Times sowie die Sunday Times digital beziehen, soll es nur die Hälfte regelmäßig tun. Von den also 52.500 regelmäßigen Lesern werden es die meisten über die iPad App oder den E-Reader Kindle tun. Dabei handelt es sich allerdings um elektronische Zeitungen (E-Newspaper) und nicht um Inhalte der Webseite. Nur ein kleiner Anteil der 105.000 Leser wird somit tatsächlich regelmäßig für die Webseiten-Inhalte der Zeitungen bezahlen. Also ist ein großer Leserschwund doch zu beachten. Hier zeigt sich wieder, wie man Zahlen schönrechnen kann, wenn man es will. (Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

0 Kommentare


Was meinen Sie zu diesem Thema?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
 

Copyright

Copyright 2015 Bernd Zipper, zipcon consulting GmbH

Archiv