Hanvon: E-Reader mit E-Ink-Farbdisplay

9. November 2010, 8:02 Uhr | Archiv

E-Reader wie der Kindle von Amazon oder die Sony E-Reader haben eines gemein: Sie besitzen ein Schwarz-Weiß Display mit E-Ink-Technologie. Während die beiden zuvor genannten Unternehmen noch keine offiziellen Pläne für ein E-Reader mit Farbdisplay haben, hat heute Hanvon in China einen E-Reader mit E-Ink-Farbdisplay angekündigt. Verfügbarkeit: März 2011.

Hanvon E-Reader mit Farb-Display (Quelle: hanvon)

E-Reader haben durch ihr E-Paper-Display (welches sie per Definition haben müssen) zwei große Vorteile: Ihr Display ist auch in hellen Umgebungen wie in direktem Sonnenlicht problemlos lesbar und die Akkulaufzeit wird in Wochen angegeben und nicht in Stunden. Farbige E-Paper-Displays standen bisher nur als Prototypen zur Verfügung, zum Beispiel von Qualcomm (Mirasol-Displays) oder Electrowetting-Displays wie von Liquavista. Auch das Unternehmen E-Ink Holding hat ein farbiges E-Paper-Display vorgestellt. Dieses kann allerdings im Gegensatz zu den Mirasol oder Electrowetting-Displays keine Bewegtinhalte wie Videos darstellen.

Dennoch bringt Hanvon mit Sitz in China, im kommenden März einen 9,6 Zoll E-Reader auf den Markt, der ein farbiges E-Ink-Display mitbringt. Zudem ist das Display mit einem Touchscreen versehen. Der Preis soll sich auf umgerechnet etwa 440 US-Dollar belaufen. Auch einen Verkaufsstart in den USA ist möglich, so Hanvons Vorstandsvorsitzender, feste Pläne dafür gibt es allerdings wohl noch nicht.

Anfänglich hatte E-Ink für Ende 2010 erste Geräte mit farbigem E-Paper-Display angekündigt. Diesen Termin scheint man nun nicht mehr einhalten zu können. Dennoch wird Hanvon im März 2011 vermutlich das erste Unternehmen sein, welches einen E-Reader mit farbigem E-Paper-Display in Massenverfügbarkeit auf den Markt bringen wird. Größtes Problem in den USA oder auch Europa dürfte der hohe Preis sein. Mit steigenden Produktionszahlen und mehr Konkurrenz im Laufe des Jahres dürften die Preise für E-Reader mit farbigem E-Paper-Display allerdings deutlich sinken.

Die Farbe auf den Displays wird über vorgeschaltete Filter erzeugt. Eintretendes und reflektierendes Licht auf die E-Ink-Oberfläche läuft durch Farbfilter und wird dadurch als Farbpixel dargestellt. Durch die vorgeschalteten Farbfilter wird allerdings die Helligkeit der Displays verringert. Zudem soll die Darstellung relativ farbarm sein und aussehen wie ausgeblichene Farbfotos. Kommende Technologien werden dies sicherlich ändern.

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Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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