Mobilkfunker fürchten Apples iPhone 5

22. November 2010, 8:04 Uhr | Archiv

Nach einem aktuellen Medienbericht sind einige Mobilfunkunternehmen besorgt über die Entwicklung, die Apple mit seinem kommenden iPhone 5 womöglich einschlagen will. Gerüchten zufolge will das Unternehmen aus Cupertino in Zukunft integrierte SIM-Karten in seine Geräte einbauen.

Das neue iPhone 4

Für sein iPhone 4 und das iPad hat Apple auf eine neue Art der SIM-Karte gesetzt, die Micro-SIM. Diese ist, wie der Name schon sagt, kleiner als eine normale SIM. Für das kommende iPhone 5 und das iPad 2 könnte Apple, laut neuen Medienberichten, auf eine integrierte SIM-Karte setzen, die Apple noch mehr Kontrolle über den Kunden und den Mobilfunkunternehmen weniger Möglichkeiten gibt.

Durch die Micro-SIM war es Nutzern des iPad und iPhone 4 fast unmöglich mit der eigenen Karte ein anderes Smartphone oder sonstiges Gerät zu nutzen da es schlichtweg keine Geräte mit Micro-SIM-Unterstützung gibt. Denn: Apple hat das Format quasi „erfunden“. Offiziell aus dem Grund (zumindest beim iPhone 4), dass im Gehäuse kein weiterer Platz für eine normale SIM-Karte vorhanden war – allerdings würde man nur 30 Kubikmilimeter mehr Platz benötigen (10mm Länge, 3mm Breite und 1mm Dicke). Intern wird sich Apple, so berichtet Engadget, vermutlich gedacht haben, dass man so die eigenen Kundem vom Gerätewechsel abhalten kann.

Nun berichtet GigaOM, dass Apple eng mit der Sicherheitsfirma “Gemalto” zusammenarbeitet. Ziel der Partnerschaft soll es vermutlich sein, für kommende Geräte integrierte über Software rekonfigurierbare SIMs zu entwickeln. Diese konfigurierbaren SIM-Karten könnten nicht ausgebaut werden, und wären fest im iPhone 5 oder iPad 2 eingebaut. Über eine entsprechende App könnten Mobilfunkunternehmen wie o2, Vodafone, E-Plus oder die Telekom die SIM-Karte für ihr Funknetz aktivieren.

Durch diesen Schritt könnte Apple mehr als nur zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Kunden könnten ihre SIM-Karte nicht mehr aus dem Gerät entfernen und wären sozusagen an ihr iPhone 5 oder iPad 2 gebunden. Auch könnte man so komplett den reellen Gang zum Mobilfunkunternehmen unterlassen, da man nicht auf Aktivierung der SIM-Karten durch das Unternehmen angewiesen ist. Stattdessen aktiviert zum Beispiel die Telekom die SIM-Karte über eine entsprechende App rein virtuell. Oder der Kunde lädt die App herunter und gibt seine Kartendaten für die SIM-Karte selbstständig ein. Die Frage wird letztlich sein, ob sich die Mobilfunkunternehmen darauf einlassen oder ob sie Lobbyarbeit leisten werden, um Apple von seinem Vorgehen abzubringen.

Mobilfunkunternehmen fürchten nun um ihren Einfluss und erwägen laut der Financial Times, das kommende iPhone 5 nicht mehr zu subventionieren, sollte Apple seine Pläne in die Tat umsetzen. Ein Problem ist vor allem, dass Apple als Vermittler zwischen Kunde und Mobilfunker eintreten wird und man schneller einen Anbieterwechsel oder kürzere Vertragslaufzeiten ermöglichen könnte. Zu den Netzbetreibern die Apples Plänen gegenüberstehen gehören laut der Financial Times Vodafone, France Telecom sowie Telefonica – aber noch hat Apple seine Pläne nicht offiziell gemacht.

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Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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