Selbstverpflichtung der Geodatendienste

2. Dezember 2010, 9:31 Uhr | Archiv

Die wichtigsten Anbieter von Panorama-Bilderdiensten im Internet, darunter auch Google mit seinem Dienst StreetView, haben gestern einen Vorschlag für einheitliche Verbraucherrechte veröffentlicht, der weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgeht.

Foto von: Lars VanDe Goor Photography @rt

Unter Federführung des Verbands Bitkom hat die Branche einen Datenschutz-Kodex für Geodaten-Dienste entwickelt. An der Erarbeitung beteiligt waren u.a. Google, Microsoft und Deutsche Telekom sowie kleinere Anbieter wie Sidewalk und Panolife. Der Vorschlag für die Selbstverpflichtung wurde gestern an den Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière übergeben.

Im Mittelpunkt der Selbstverpflichtung steht eine Zentrale Informations- und Widerspruchsstelle im Internet, bei der sich Bürger über die Funktionen der jeweiligen Geodatendienste informieren und von wo aus sie bei den einzelnen Anbietern Widerspruch gegen die Abbildung ihrer Häuser einlegen können. Wer keinen Internetzugang hat, kann per Brief mit einem einheitlichen Formular Widerspruch bei den Anbietern einlegen. Zudem wird eine telefonische Beratungsstelle eingerichtet, die Fragen beantwortet und Hilfestellung für die Widerspruchseinlegung bietet.

Für Widersprüche in Papierform soll es ein einheitliches Formular geben. Der Kodexentwurf sieht darüber hinaus vor, Gesichter und Kfz-Kennzeichen generell unkenntlich zu machen, auf Wunsch auch ganze Personen und Autos. Der Kodex wird in den nächsten Wochen mit der Bundesregierung sowie den Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern diskutiert. Der Selbstverpflichtungsvorschlag sieht Regeln für Online-Dienste vor, die von der Straße aus aufgenommene Panoramen im Internet zeigen. Einen Überblick über die Kernpunkte gibt es auf der Webseite des Bitkom. Dort finden Sie finden zudem weiterführende Informationen und auch Downloads zum Thema, wie den kompletten Datenschutz-Kodex der von zahlreichen Unternehmen unterzeichnet wurde.

Der Bitkom rief unterdessen nochmals zu Besonnenheit bei der Bewertung der Geodatendienste auf: „Straßen sind ohnehin öffentliche Orte, durch Geodatendienste kann man sie künftig auch im Internet besuchen. Man kann sich die Suche nach einer neuen Wohnung sehr viel leichter machen, seinen Urlaub besser planen oder sich nach einem netten Restaurant umschauen. Auch Navigationssysteme greifen künftig auf Bilder zurück, wie sie von Panorama-Diensten angeboten werden. Zudem werden die Bilderdienste in einigen Ländern schon im Umwelt- und Katastrophenschutz eingesetzt. Wir sollten in Deutschland nicht nur auf mögliche Risiken schauen, sondern sehr viel stärker die Chancen sehen.“

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Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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