Digitales Multimedia-Wohnzimmer

21. Dezember 2010, 9:46 Uhr | Archiv

Set-Top-Boxen haben eine Ausnahmestellung in der Unterhaltungselektronik: Ihr durchschnittlicher Verkaufspreis steigt seit Jahren. 2007 gaben die Käufer im Schnitt 90 Euro für ein Gerät aus, 2010 waren es 117 Euro, im nächsten Jahr sind es gar 124 Euro. Und auch das Marktvolumen für die Geräte des digitalen Multimedia-Wohnzimmers steigt.

(Quelle: Pixelio // Fotograf: Claudia Hautumm)

So stieg das Marktvolumen in den vergangenen vier Jahren in Deutschland von 390 auf 710 Millionen Euro. Für das kommende Jahr wird ein Anstieg von voraussichtlich 7 Prozent auf 760 Millionen Euro erwartet. Die Zahl der verkauften Geräte wuchs seit 2007 kontinuierlich auf 6,07 Millionen in diesem Jahr. Set-Top-Boxen galten früher als technisches Hilfsmittel, um TV-Signale zu empfangen, umzuwandeln und auf dem Fernseher darzustellen. Heute sind viele zusätzliche Funktionen integriert, etwa der Empfang von Internet-Inhalten, hochauflösenden Bildern oder ein hochwertiger Festplattenrekorder, so der Bitkom der auch oben genannte Zahlen veröffentlicht hat.

Der Markt für digitale Set-Top-Boxen profitiert dabei von fünf technologischen Trends: der Einführung des hochauflösenden Fernsehens, der Konvergenz von Set-Top-Boxen und Festplattenrekordern, der Einführung elektronischer Programmführer, das Verschmelzen von Internet und TV sowie vor allem der Digitalisierung des Signalwegs für den TV-Empfang. In Deutschland kann inzwischen über alle Übertragungswege digital empfangen werden, also sowohl über Antenne, Kabel, Satellit und IPTV.

Seit 2009 ist in Deutschland der Empfang über Antenne nur noch digital möglich (DVB-T). In diesem Jahr wurde der letzte Sender abgeschaltet, mit dem analoge Fernsehsignale terrestrisch verbreitet wurden. Am 30. April 2012 wird auch die analoge Satelliten-Übertragung abgeschaltet. Fast alle Röhrenfernseher und auch viele Flachbildfernseher können keine digitalen Sender empfangen oder nur über bestimmte Empfangswege. Daher benötigen sie häufig eine Set-Top-Box. Der Empfang von hochauflösenden Fernsehbildern (HDTV) ist technisch ausschließlich über digitale Übertragungswege möglich. Die zunehmende Ausstrahlung von TV-Sendungen in HD-Qualität überzeugten viele Kunden, sich eine entsprechende Set-Top-Box zu kaufen. Schließlich ist auch in den meisten älteren Flachbildfernsehern kein HDTV-Empfänger eingebaut. Das HD-ready-Logo auf Fernsehern garantiert nur, dass der Bildschirm hochauflösende Bilder darstellen kann. Ein entsprechender Empfänger muss jedoch nicht eingebaut sein. Set-Top-Boxen schließen diese Lücke.

Derzeit sind Kombi-Geräte aus digitalen Set-Top-Boxen und Festplattenrekorder sehr beliebt. Die Set-Top-Boxen ersetzen immer häufiger den klassischen Videorekorder. Mit der Digitalisierung der TV-Übertragung hat auch die Zahl der Fernsehsender stark zugenommen. Beim digitalen Satelliten-Empfang können die Zuschauer derzeit aus über 200 Programmen auswählen. Gedruckte Programmzeitschriften stoßen hier an ihre Grenzen. Elektronische Programmführer (Electronic Program Guides, EPG), die in die Set-Top-Boxen integriert sind, erleichtern den Überblick. Schließlich verschmelzen Fernsehen und Internet zum so genannten Hybrid-TV. Mit entsprechenden Set-Top-Boxen können alle Fernseher internettauglich gemacht werden – was auch als wichtigster Trend der Unterhaltungsindustrie gilt. (Daniel Schürmann | Quelle: bitkom.org)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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