Google will Standard durchsetzen

13. Januar 2011, 8:46 Uhr | Archiv

Google hat angekündigt, dass sein Browser Chrome in Zukunft keine HTML5-Videos mittels H.264 mehr unterstützen wird. Vielmehr will man sich auf den eigenen offenen Codec WebM oder aber auch Ogg Theora konzentrieren, so der Produktmanager Mike Jazeyeri im Chromium Blog.

Aktuell wird H.264 von einigen Browsern unterstützt, auch der aktuellen Chrome Version. Allerdings will man dies wohl in Zukunft ändern. Als lachender Dritter könnte Adobe mit seinem Flash aus dem Chaos hervorgehen. Zwar war HTML5-Video 2010 in aller Munde, doch gab es einen erbitterten Codec-Streit zwischen Apple und Microsoft auf der einen und Mozilla und Opera auf der anderen Seite. Dabei hat Steve Jobs hat sogar eine Patentklage gegen das quelloffene Ogg Theora in den Raum gestellt. Google aber hat in seinem Browser bislang beide Codecs unterstützt. Obwohl der Konzern im Mai 2010 WebM als dritte Option ins Rennen geschickt hat, bezog er somit die neutralste Position.

Das ändert sich nun. Zwar betont Jazayeri, dass H.264 eine wichtige Rolle bei Video spielt. „Da unser Ziel ist, offene Innovation zu ermöglichen, wird die Unterstützung für das Codec gestrichen und unsere Ressourcen in komplett offene Codec-Technologien gesteckt“, schreibt er aber. In einigen Monaten wird Googles Browser daher nur noch WebM und Ogg Theora unterstützen, in Zukunft auch etwaige neue hochwertige quelloffene Codecs. Damit gilt für Chrome ähnliches wie für Firefox und Opera.

Die Entscheidung allerdings könnte auch nach hinten losgehen und von Selbstüberschätzung im Hause Google zeugen. Zwar hat man den am schnellsten wachsenden Marktanteil aller Browser und besitzt mit YouTube das größte Videoportal im Internet, allerdings läuft man auch Gefahr, dass der Schuss nach hinten losgeht. Adobe könnte mit seinem Flash als Gewinner hervorgehen, da es von allen Browsern unterstützt und von vielen Internet-Anwendern genutzt wird.

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(Daniel Schürmann | Quelle: engadget.com, pressetext.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    beyond123

    15. Januar 2011

    Flash wird uns noch eine ganze weile erhalten bleiben. Ist aber nur die Frage wie lange. Wenn Firefox 4 raus kommt und sich verteilt hat könnte Google anfangen mit YouTube die Leute mehr oder weniger dazu zu zwingen einen WebM Fähigen Browser zu nutzen. Und Microsoft und Apple werden dann schon mitziehen müssen.


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