Vorwürfe gegen Telekom und Versatel

13. Januar 2011, 16:41 Uhr | Archiv

Das Essener Technologie- und Strategieberatungsunternehmen zipcon consulting erhebt aktuell schwere Vorwürfe gegen Telekom und Versatel bezüglich der derzeitigen Leitungsstörungen im Essener Stadtteil Heidhausen. Auch DerWesten berichtete bereits über die Probleme.

(Quelle: pixelio // Fotograf: Peter Kirchhoff)

Das Unternehmen, das u.a. den Branchen-Onlinenews-Dienst www.beyond-print.de betreibt und auch die Geschäftsstelle der bundesweiten Initiative Online Print e.V. beherbergt, ist seit mittlerweile 25 Tagen von der Online-Welt getrennt.

Bernd Zipper, Geschäftsführer der zipcon consulting: „Wir sind seit Mitte Dezember von der digitalen Außenwelt abgeschnitten. Unsere Onlineserver sind nicht erreichbar – unsere Büros in Wien und München und die Mitglieder der Initiative Online Print e.V. können nicht auf unsere Server zurückgreifen und darauf arbeiten. Ein Mega-GAU für ein Unternehmen unserer Größe. Schon jetzt beläuft sich der unmittelbare, finanzielle Schaden auf über 30.000 Euro.“

Das Beratungsunternehmen verfügt über drei verschiedene Online-Zugänge, u.a. auch über eine SDSL-Leitung der Firma Versatel, die ebenfalls kurz vor Weihnachten 2010 ausgefallen ist. Versatel wiederum nutzt die Leitungen der Telekom und zieht sich auf den „Leistungsausfall“ des Netzanbieters zurück. zipcon wurden Instandsetzungstermine am 31. Dezember 2010, 6. und 10. Januar 2011 genannt, die jedoch nicht zum gewünschten Erfolg führten oder „aufgrund des Wetters“ nicht ausgeführt wurden.

„Wir sind als kleines mittelständisches Unternehmen ‚verraten und verkauft‘ – unser Ansprechpartner bei Versatel antwortet nicht mehr, die Hotline der Telekom ‚kann nichts machen‘ und die Desinformationspolitik beider Onlineanbieter macht eine Planung unmöglich. Die Straße am Buchenhain ist seit Mitte Dezember sogar zum Teil ohne Telefon. Wir haben zum Glück noch zwei Leitungen zum Telefonieren und UMTS für den E-Mail-Notverkehr – sonst wüsste ich nicht wie ich den Notbetrieb unseres Unternehmens Aufrecht erhalten sollte,“ so Zipper weiter.

Für das Beratungsunternehmen ist der Leitungsausfall doppelt tragisch: „Der Aufwand den wir betreiben müssen um überhaupt etwas zu erfahren, ist unfassbar. Einen festen Ansprechpartner als Businesskunde bei der Telekom gibt es für uns nicht – trotz mehrerer Versuche unsererseits. Aber auch für alternative Anbieter, wie dem Glasfasernetz- und Kabelanbieter Unitymedia, scheinen wir uninteressant zu sein – alle Anfragen sind unbeantwortet geblieben. Und dies obwohl wir nur 20 Meter vom nächsten Strang entfernt sind“

Die Erfahrungen des Beratungsunternehmens decken sich nicht mit den Aussagen des Telekom Pressesprechers vom 11. Januar 2011, der alle Störungen im Heidhauser Raum auf den kürzlich eingetretenen Regen reduziert, dies sieht auch der Geschäftsführer von zipcon consulting so: „So lange die Öffentlichkeit diese Umstände nicht erfährt – wird sich bei der Telekom und auch bei Versatel nichts bewegen. Man hat den Eindruck, dass wir den beiden Unternehmen schlichtweg egal sind. Wir prüfen mittlerweile über unseren Rechtsbeistand ob wir unseren finanziellen Schaden geltend machen können. Aber eines funktioniert bei beiden Unternehmen perfekt: Die Rechnungen kamen pünktlich.“

(Daniel Schürmann)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

3 Kommentare

  1. Antworten

    Nachgefragt

    17. Januar 2011

    Die Frage die ich nun mal so stelle. Bei 30.000Euro ist keiner auf die Idee gekommen, schnell sich eine SAT-Schüssel aufzustellen lassen. Zwar sind die Kosten hoch, würden aber den Schaden der jetzt entsteht drosseln.

    Verstehe ich sowieso nicht, warum man nicht im Vorfeld an sowas denkt als Firma? Wenn man auf den Kontakt der Aussenwelt angewiesen ist sollte man gerade deswegen immer eine Notlösung haben.

    Kabel können immer ausfallen. Sie befinden sich nun mal nicht sichbar im Boden. Ein Eifrige Tiefbauer und schon ist ein Kabel z.B. futsch. In solchen Sitoationen ist es dann immer ratsam Alternativen zu haben.

  2. Antworten

    Daniel

    14. Januar 2011

    Als mittelständisches Unternehmen hat zipcon consulting nicht einen der von Ihnen angesprochenen "super-günstigen Endkundentarife" abgeschlossen, sondern zahlt als Business-Kunde. Entsprechend sollte man davon ausgehen, auch als solcher behandelt zu werden, was wohl beide Unternehmen (Versatel/Telekom) bisher eindeutig vermissen lassen. Daher sollte man sicherlich nicht den Kopf schütteln, vor allem weil hier nicht nur das Unternehmen Verdienstausfälle zu beklagen hat, sondern auch die Mitarbeiter schlichtweg derzeit nicht im Büro arbeiten können, da ohne Internet nicht viel zu machen ist.

  3. Antworten

    Jan-Elet

    14. Januar 2011

    Wo führt das hin? Es wird erwartet, dass Telekommunikationstarife immer günstiger werden und die personalintensive Servicequalität gleich bleibt. Deshalb kann man auf Beschwerden, wie in dem angeführten Artikel, nur noch mit dem Kopf schütteln.
    Konstruktive, kundenorientierte Lösungen und Reaktionen auf Problemstellungen dieser Art haben ihren Preis und Billiganbieter reagieren bekannterweise nicht mit Freudenstürmen auf Reklamationen. Professionelle Betreuung für maximal 50,– EUR ist ökonomisch betrachtet mit einem großem Fragezeichen zu versehen. Aus diesem Grund sollte man sich nicht wundern, wenn man im warsten Sinne des Wortes im Regen stehen gelassen wird!


Was meinen Sie zu diesem Thema?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
 

Copyright

Copyright 2015 Bernd Zipper, zipcon consulting GmbH

Archiv