Apple verärgert Verlage bei Abos

18. Januar 2011, 9:21 Uhr | Archiv

Wenngleich viele Magazinverlage iPad-Versionen ihrer Printmedien anbieten und massiv darin investieren, sind sie mit dem Apple-Gerät nicht restlos glücklich. Aktuell gibt es Abos nur über In-App-Käufe, die direkt von den Verlagen angeboten werden, nun will Apple aber sein Geschäftsmodell im Laufenen Betrieb ändern und verärgert Verlage.

So soll, berichtet heise.de, in Zukunft keine In-App-Verkäufe und damit auch keine Abos mehr ermöglicht werden. Stattdessen sollen Verlage ihre Ausgaben an Apple liefern, die sich um Verkauf und Zustellung sowie Abos kümmern. Natürlich lässt sich dies Apple auch mit 30 Prozent vom Verkaufspreis bezahlen, was Verlage verständlicherweise verärgert.

Aktuell arbeitet Apple an einem Abo-Feature für iTunes, das bei der ersten reinen iPad-Zeitung „The Daily“ zum Einsatz kommen wird. Doch gibt es damit offenbar noch Probleme, jedenfalls verzögert sich der ursprünglich für diese Woche geplante Start. Außerdem ist nicht klar, ob oder wann die Funktion auch Magazinen zur Verfügung stehen wird. Dafür hat sich Apple bei Verlegern in Benelux-Raum unbeliebt gemacht. Dort werden Gratis-Apps für Print-Abobezieher offenbar verboten.

Dass Apple bislang kein wirkliches Abo-Feature in iTunes bietet, nagt an der Attraktivität von Magazin-Apps. Immerhin sparen Kunden bei Printmagazinen mit Abos gegenüber dem Einzelpreis und das in den USA oft noch deutlicher als in Deutschland. Auf dem iPad ist bislang in den meisten Fällen der volle Preis für jede Einzelausgabe zu bezahlen. Dabei sind Magazin-Apps vielfach kaum oder nicht günstiger als die Printversionen.

Ein Hoffnungsschimmer ist, dass für den von der News Corporation herausgegebenen The Daily eine Abo-Funktion in iTunes implementiert wird. Gegenüber der Adweek gibt sich eine nicht genannte Führungskraft aus dem Verlagswesen auch „sehr zuversichtlich“, dass Apple in absehbarer Zeit allgemein Abonnements ermöglichen wird. Ob das wirklich stimmt, bleibt aber abzuwarten.

Daran, dass Apple den Verlagen keine Kundendaten zukommen lässt, dürfte sich jedenfalls nichts ändern. Vielmehr könnte sich die Situation diesbezüglich noch verschärfen. Unter anderem in Deutschland und den Benelux-Ländern bieten viele Verlage Print-Abonnementen digitale Versionen per iPad-Apps vergünstigt oder gratis an. Zumindest in Belgien und den Niederlanden will Apple das offenbar mit 1. April verbieten. Somit werden Verlage noch stärker von den Kunden abgeschnitten, fürchtet das niederländische Medienhaus NRC Media.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de, heise.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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