Keine Angst vor Online-Bezahlinhalten?

21. Januar 2011, 9:43 Uhr | Archiv

Die Angst vor Leserabwanderungen und daraus resultierenden finanziellen Einbußen, die viele Zeitungshäuser vor der Einführung eines Bezahlmodells für ihre Online-Inhalte zurückschrecken lässt, ist anscheinend vollkommen unbegründet. Das geht aus einer Analyse von „Journalism Online„. Das unternehmen beliefert allerdings US-Verlage mit Bezahl-Systemen und ist daher nicht objektiv.

(Quelle: pixelio // Fotograf: Adolf Riess)

Wie aus einer umfassenden Analyse des Datenmaterials von Journalism Online, einem Unternehmen, das mehrere US-Verlage mit Paid-Content-Systemen beliefert, hervorgeht, lassen sich nach einer Umstellung sowohl bei den Besucherzahlen als auch bei den erzielten Werbeeinnahmen keine signifikanten Veränderungen feststellen.

Wie ein erfolgreicher Umstieg aussehen kann, hat etwa die britische Traditionszeitung Times im November letzten Jahres gezeigt – allerdings gab es Zweifel an den Zahlen. Nimmt man die von Journalism Online zu Tage geförderten Ergebnisse genauer unter die Lupe, fällt auf, dass der Erfolg der Einführung eines Bezahlmodells auch von der spezifischen Vorgangsweise der Verlage abhängt. Diejenigen Zeitungshäuser, die im Zuge der Umstellung alle ihrer Leser halten konnten, setzen allesamt auf einen sehr konservativen Geschäftsansatz, der Seitenbesuchern immerhin die kostenfreie Nutzung einer bestimmten Artikelanzahl pro Monat ermöglicht.

Verlagsunternehmen, die ernsthaft eine sogenannte „Paywall“ für die eigenen Online-Angebote in Erwägung ziehen, rät Journalism Online daher zu der beschriebenen etwas abgeschwächten Variante. „Wir halten die Leute dazu an, einen gewissen Teil ihrer Inhalte gratis zu belassen, um den Web-Traffic nicht abzuwürgen. Wird bei den Artikeln, die pro Monat kostenlos konsumiert werden können, eine vorsichtige Grenze gewählt, bleiben bis zu 95 Prozent der Leserschaft erhalten“, meint der bekannte US-Medienmanager und Mitgründer von Journalism Online, Steven Brill, gegenüber der New York Times.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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