Sperrt Apple andere Kioske aus?

2. Februar 2011, 8:16 Uhr | Archiv

Als das iPad von Apple vor rund einem Jahr vorgestellt wurde und auch des iBook Store das Licht der Öffentlichkeit erblickt, befürchteten viele, dass Apple andere digitale Kioske wie den Kindle Store von Amazon nicht auf sein Tablet lassen würde. Doch es kam anders. Nun allerdings scheint Apple diesen Schritt zu überdenken.

USA Today auf dem iPad (Quelle: ubergizmo.com)

Wie die New York Times (NYT) unter Berufung auf Quellen von Sony berichtet, hat Apple die Reader des japanischen Unternehmens geblockt – eine Aufnahme in den Apple App Store ist somit vorerst vom Tisch. Damit können Sony Bücher vorerst nicht auf den Apple iOS Geräten wie iPod touch, iPhone und iPad gelesen werden – ganz im Gegensatz den bereits erhältlichen Apps von Amazon (Kindle) und Barnes & Noble (Nook). Auch weitere Anbieter wie „txtr“ und Kobo in den USA sind erhältlich und stellen ihre digitalen Inhalte auf den Geräten zur Verfügung. Die Inhalte werden dabei nicht nur gratis zur Verfügung gestellt, sondern auch verkauft. Doch genau daran scheint sich Apple zu stören.

Die NYT berichtet nämlich weiter, dass Sony keine konkreten Regeln von Apple verletzt habe, wie zum Beispiel pornographische Inhalte oder Nutzung privater APIs. Wie Steve Haber von Sony erklärte, hat Apple ein Problem mit der Tatsache, dass man über die Sony App Inhalte beziehen kann. Geht es nach Apple sollen alle „in App-Käufe“ über Apple laufen. Auf diese Weise will man sich einen Teil vom Kuchen abschneiden.

„[Apple] hat einigen Entwickler, darunter auch Sony mitgeteilt, dass man über die eigenen Apps keine Inhalte, wie E-Books, mehr verkaufen dürfe“, schreibt die New York Times in einem aktuellen Artikel. Doch es geht noch weiter: Apple möchte auch nicht, dass Kunden Zugriff auf Inhalte bekommen, die man bereits gekauft hat – wenn die Inhalte nicht über den App Store verkauft wurden.

In den Richtlinien des App Stores von Apple steht: „Apps die ein anderes System als das In App Purchase (IAP) zum Kauf von Inhalten, Funktionen oder Diensten nutzen, werden nicht aufgenommen.“ Und weiter: „Apps die das IAP nutzen, um physische Güter, andere Waren oder Dienste außerhalb der Anwendung zu nutzen, werden nicht aufgenommen.“

Das dürfte in Zukunft also zu einem großen Problem werden. Denn wenn Apple seine Regeln konsequent umsetzt, dürften bald alle Reader-Apps und digitalen Kioske vom iPad und Co verschwinden. Bereits gekaufte und bezahlte Inhalte dürften dann ebenfalls nicht über die Apps zur Verfügung stehen.

Amazon, Barnes & Noble dürften damit natürlich ein großes Problem haben und sich vermutlich wehren. Die Frage bleibt, ob Apple seine neue Regel wirklich konsequent umsetzt und was die Verlage dagegen machen. Denn auch aktuelle Publikationen die über Adobes Digital Publishin Tools oder WoodWings Digital Magazine Tools auf das iPad kommen, bieten in-App-Verkäufe an. Auf diese Weise sollen Abonnenten nur ein Mal die App kaufen und weitere Ausgaben über die App beziehen. Apple sieht natürlich anschließend nichts von den Einnahmen – was in Cupertino, dem Firmensitz von Apple – vermutlich als Problem gesehen wird.

Die Zukunft wird also zeigen, was Apple plant. Ob man die Nutzer des iPads durch Sperrung anderes digitaler Kioske wirklich dazu bekommt, im eigenen iBook Store einzukaufen, dürfte allerdings fraglich sein. Zu hoffen wäre, dass sich die Kunden erheben und nicht alles mit sich machen lassen. Denn das geschlossene System von Apple scheint immer geschlossener zu werden.

Gegenüber AllThingsDigital äußerte sich eine Apple-Sprecherin dahingehend, dass Apple die Richtlinien in Zukunft nun klarer auslegen wird. Das dürfte also bedeuten, dass „In App Käufe“ in Zukunft in vielen Anwendungen verfügbar sein werden. So erklärte die Sprecherin, dass wenn eine Anwendung den Kauf von Büchern außerhalb der Anwendung (zum Beispiel über den Safari Browser auf dem iPad auf der Amazon Kindle Store Webseite) ermöglicht, muss ebenfalls ein Kauf in der App selber über die Apple eigene In App Kauf-Funktion genutzt werden. Und genau das scheint Apples Plan zu sein, da man so 30 Prozent vom Kaufpreis in die eigene Tasche stecken kann.

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(Daniel Schürmann | Quelle: gizmodo.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    UNIXTOM

    2. Februar 2011

    Tja, wer Apple nimmt ist selbst schuld.

    Deshalb hat auch Android solche Zuwächse.
    Hardware schlecht (Empfangsprobleme, Displayglas leicht kaputt) und man darf auf seinem Smartphone nicht machen was man möchte.
    In Europa sowieso undenkbar. Microsoft hat es eingesehen mit seinem Browser und Apple wird es auch noch.


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