Vorgestellt: iPad Zeitung "The Daily"

3. Februar 2011, 8:31 Uhr | Archiv

Gestern wurde im stark verschneiten New York die iPad Zeitung „The Daily“ vorgestellt. Es blieben aufgrund des Wetters einige Plätze bei der Pressekonferenz leer und es wurde auch „nur“ The Daily vorgestellt – kein neues iPad 2 oder das iOS 4.3 mit Abo-Funktion. Dennoch wollen wir Ihnen die neue iPad-Zeitung nun vorstellen und alle wichtigen Details liefern.

The Daily (Quelle: YouTube Vorstellungsvideo)

Statt Steve Jobs war Eddy Cue für Apple anwesend, allerdings machte Medienmogul und Finanzgeber von The Daily, Rupert Murdoch, die meiste Arbeit. Er stellte „The Daily“ offiziell vor. Seit gestern können Endkunden die neue, englischsprachige Zeitung über den iTunes Store beziehen. Es soll traditionellen Journalismus auf dem iPad in neuer Form und unter Einbeziehung aller möglichen Multimedia-Funktionen auf eine neue Stufe heben und klassische Zeitungen angreifen. Ob das inhaltlich gelingen wird, muss die Zukunft zeigen. Nach eigener Aussage wird „The Daily“ allerdings bereits seit 6 Wochen schon täglich produziert, wodurch das Team schon gut zusammenarbeiten dürfte und „The Daily“ sich inhaltlich schon gefunden haben wird.

Zu den zahlreichen Multimedia-Features zählen um 360 Grad drehbare Fotos, Slideshows, interaktive Menüelemente, Videos aber auch die Möglichkeit Inhalte über Facebook und Twitter mit seinen Freunden zu teilen. The Daily wird täglich neu direkt auf das iPad des zahlenden Kunden gepushed. Die Kosten belaufen sich auf 99 US-Cent pro Woche oder 39,99 US-Dollar für ein Jahresabonnement. Die Kosten für die Produktion sollen sich derzeit laut Aussage von Rupert Murdoch auf eine halbe Million US-Dollar pro Woche belaufen. Damit müsste man also 500.000 zahlende Abonnenten für sich gewinnen, um wenigstens keine roten Zahlen mehr schreiben zu müssen. Allerdings muss man bedenken, dass Apple sich 30 Prozent des bezahlten Betrags einbehält, dadurch müsste „The Daily“ rund 170.000 mehr – also insgesamt rund 670.000 – zahlende Kunden bekommen.

Bei rund 15 Millionen iPad-Besitzern in den USA dürfte das allerdings kein Problem werden, hofft Murdoch. Die erste offiziell erhältliche Ausgabe befasste sich natürlich mit den Zuständen in Ägypten. Das Interface der App erinnert eher an ein Magazin, da man durch Artikel durchschalten kann. Zudem merkt The Daily sich die gelesenen Artikel und bietet über eine „Shuffle“-Funktion die Möglichkeit, noch ungelesene Artikel in zufälliger Reihenfolge anzuzeigen. Auch soll eine Vorlesefunktion integriert sein – allerdings von professionellen Vorlesern und keiner Computer-Stimme.

Sollte man einmal keine Zeit haben, die Inhalte durchzulesen, besteht zudem die Möglichkeit sich alles in einer kurzen Videoübersicht anzusehen. Als interaktive Features ist unter anderem die „App Section“ hervorzugeben. Hier werden aktuelle Apps aus dem iTunes Store vorgestellt – direkt mit Links in den iTunes Store, über den man anschließend die Apps beziehen kann. Die ersten zwei Wochen für neue Abonnenten sind kostenlos – anschließend muss man sich für ein Bezahlmodell entscheiden.

Die Frontseite bei The Daily ist im übrigen „updatebar“. Sollte sich also eine neue Entwicklung auftun, oder ein wichtigeres Thema erscheinen, kann die Redaktion das Cover aktualisieren. Zudem können auch Feeds und Twitter-Account eingebunden werden, über die man sich ständig über neue Ereignisse informieren kann. Die ganze Ausgabe wird sich allerdings nicht dynamisch verändern. Alle Inhalte sind vorerst in der Cloud verfügbar, soll heißen, dass nur die aktuelle Ausgabe auf dem iPad gespeichert wird. Vergangene Ausgaben kann man bei Bedarf erneut herunterladen.

The Daily will sich in Zukunft im Verhältnis 50:50 durch Abonnenten und Anzeigen finanzieren. Anfangs jedoch hauptsächlich durch Abos. Erst im Laufe der Zeit dürften Werbetreibende vermehrt aufsteigen. Wie Apple diese jedoch bei ihren Kampagnen konkret unterstützen will, erklärte man nicht. Es hieß lediglich, mann würde Werbetreibende „lieben“ und man habe alle nötige Techniken integriert, um ihnen gewünschte Kennzahlen (vermutlich z.B.: über Lesezeit, Demographie, Anm. d. Red.) zukommen zu lassen. Allerdings dürfte es sich dabei um anonymisierte Daten handeln, auf die nur Apple Zugriff hat. Personalisierte Werbung ließe sich somit nicht in „The Daily“ einbinden

Weitere Informationen gibt es auf der „The Daily“-Webseite und im Apple iTunes Store. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)
http://www.engadget.com/2011/02/02/live-from-the-daily-launch-event-with-apples-eddy-cue/?sort=newest&refresh=60

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    Hubert Pflumm (hpf)

    4. Februar 2011

    Es ist wirklich traurig, was bei den Verlegern passiert! Die verstehen einfach nicht und haben an den „alten Zöpfen“ zu lange festgehalten!

    Die Zeit hat sich gewandelt - Informationen sind heute für jeden zugänglich, ob aus Blogs oder aus Zeitungen. Ich habe schon lange keine Tageszeitung mehr. Die Informationen, die ich früh morgens und den ganzen Tag über aus dem Internet erhalte, reichen mir.

    Ich habe viele Jahre für einen großen Verlag gearbeitet. Dort war das Hauptthema nicht Innovation sondern Bestandssicherung. Jetzt ist die „Karre im Dreck“ - Verlorene Abonnenten bekommt man in der Regel nicht mehr zurück, wahrscheinlich auch nicht mit dem iPad....

    Die Verlage wollen nicht einsehen dass Ihre Zeit gekommen ist!

    Viele Grüße
    Hubert Pflumm (hpf)
    http://www.pflumm.de


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