Seide als Basis für günstige Displays

8. März 2011, 8:37 Uhr | Archiv

Taiwanesische Forscher haben gezeigt, dass Seidenproteine gut zur Herstellung organischer Dünnschicht-Transistoren geeignet sind, also beispielsweise für E-Reader oder OLED-Displays. Die Seiden-Transistoren versprechen bessere Leistung und deutlich günstigere flexible Displays.

(Foto: aboutpixel.de, Sven Schneider)

Zu diesem Schluss kommt Hwang Jenn-Chang, Professor für Materialwissenschaften an der National Tsing Hua University. Er schätzt, dass in zwei Jahren erste Seiden-Elektronik auf den Markt kommen könnte. Die Wissenschaftler haben in ihrer Arbeit Seidenfibroin, den Hauptbestandteil der Textilfaser, in Elektronik verwendet. Das Protein dient ihnen als Gatedielektrikum, also isolierender Bestandteil der Transistoren, die zudem einen gängigen organischen Halbleiter nutzen. Die in der Praxis wichtige Ladungsträgerbeweglichkeit liegt bis zu 20 mal höher als bei bisherigen organischen Transistoren, berichtet die taiwanesische Central News Agency. Somit stellt die Seiden-Ausführung schnellere und leistungsfähigere Elektronik-Produkte in Aussicht stellt.

Zudem ist Seide gerade in Taiwan leicht erhältlich und preisgünstiger als bisher verwendete Materialien, was die neue Technologie angesichts des allgemeinen Preisdrucks beispielsweise bei E-Readern wirtschaftlich interessant macht. Das gilt umso mehr, da organische Dünnschicht-Transistoren flexible Elektronik in Aussicht stellen. Die Forscher haben neben den E-Book-Lesern zunächst auch OLED-Displays als mögliches Anwendugsgebiet der Seiden-Transistoren ins Auge gefasst. Für andere Ideen gibt sich das Team aber offen.

Die Arbeit an den Seiden-Transistoren wird in einem aktuell online vorveröffentlichten Beitrag im Journal Advanced Materials beschrieben. Doch Hwangs zufolge haben bereits taiwanesische Elektronikhersteller ihr Interesse an der zum Patent angemeldeten Technologie bekundet. Demnach führt man bereits konkrete Gespräche über die Nutzung. Endkunden-Produkte werden dem Wissenschaftler zufolge aber wohl noch zwei bis drei Jahre auf sich warten lassen.

Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

0 Kommentare


Was meinen Sie zu diesem Thema?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
 

Copyright

Copyright 2015 Bernd Zipper, zipcon consulting GmbH

Archiv