Nanoröhren für leistungsfähige Akkus

14. März 2011, 8:41 Uhr | Archiv

Forscher an der University of Illinois in Urbana-Champaign haben Speicherelemente aus Phasenwechselmaterialien entwickelt, die dank Schaltkontakten aus Kohlenstoff-Nanoröhren extrem energieeffizient sind. Die Lösung verbraucht zum Schalten von Speicherbits 100 mal weniger Strom als derzeit beste Ausführungen, so das Team in einem online vorabveröffentlichten Beitrag für das Magazin Science.

Foto: Eric Pop, University of Illinois

In der Praxis soll die neue Lösung deutlich höhere Akkulaufzeiten bei Smartphones und anderen mobilen Geräten ermöglichen. „Ich denke jeder, der viel mit Ladegeräten und nächtlichem Anstecken zu tun hat, kann den Wunsch nach Handy und Laptops nachvollziehen, deren Akkus Wochen oder Monate halten“, sagt Eric Pop, Professor für Elektrotechnik und Informatik an der University of Illinois. Sein Team hofft, diesem Ziel mithilfe energieeffizienteren Speichers näher zu kommen. Denn wenngleich bei Smartphones das Display maßgeblich für den Stromverbrauch verantwortlich ist, wird der Energiebedarf von RAM und internem Speicher den Forschern zufolge immer wichtiger.

Um das zu Erreichen, setzt das Team darauf, Speicher aus Phasenwechselmaterialien (Phase Change Materials, PCM) kompakter zu machen. Denn der Strombedarf zum Schalten eines PCM-Speicherbits ist von dessen Größe abhängig. Das Team hat daher die als Leiterkontakt üblichen Metalldrähte durch Kohlenstoff-Nanoröhren ersetzt, die nur wenige Nanometer dich sind. Die so entstandenen Speicherelemente verbrauchen 100 mal weniger Strom – und das Team glaubt, den verbrauch um den Faktor zehn zusätzlich senken zu können.

Die Speicher-Entwicklung soll dazu beitragen, dass Akkus beispielsweise von Smartphones länger durchhalten. Dass diese Technologie allein wirklich Laufzeiten von Wochen oder Monaten ermöglicht, scheint aber unwahrscheinlich. Einer 2010 veröffentlichten Studie von Forscher der University of New South Wales zufolge sind nämlich Bildschirmanzeige, 3G und WLAN bei aktuellen Smartphones noch die merklich größeren Stromfresser. Doch Pop zufolge sei es in Verbindung mit besseren Displaytechnologien sogar vorstellbar, ein iPhone ausschließlich mit gewonnener Umgebungsenergie zu betreiben.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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