Büchereien: jährliche E-Book-Lizenzen

17. März 2011, 8:13 Uhr | Archiv

In den USA beginnen erste Bibliotheken sich dem Trend zu elektronischen Büchern hinzugeben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ausleihen von zu Hause über das Internet, keine handschriftlichen Notizen und quasi nie veraltet und man kann es nie verlieren. Doch die Bibliothek-Besitzer müssen jährliche Lizenzkosten für E-Books zahlen, was ein Problem sein dürfte.

Nook E-Reader von Barnes & Noble (B&N) (Quelle: hothardware.com)

Verlage haben nun Büchereien und Bibliotheken als neue Möglichkeit ausgemacht, um ihre E-Books an mehr Leser zu bringen. Da E-Reader wie der Amazon Kindle und die in Deutschland häufiger eingesetzten Sony-Geräte immer weiter verbreitet werden, war es nur eine Frage der Zeit, bis entsprechende Leih-Angebote von Büchereien und Verlagen angeboten werden. Nun hat der US-Verleger „HarperCollins Publishers“ eine interessante Entwicklung vorgelebt. Man nutzt das mit E-Books verbundene Digitale Rechte Management (DRM), um die Bücher nach 26 Leihvorgängen zu deaktivieren. 26 Leihvorgänge entsprechend in etwa einem Jahr wenn eine Ausleihe zwei Wochen dauert.

E-Books haben somit, wenn sie aus Bibliotheken bzw. Büchereien kommen, ein Ablaufdatum. Die Betreiber von Bibliotheken müssen zudem jährliche Lizenzgebühren an HarperCollins zahlen, wenn sie die elektronischen Bücher länger als nur ein Jahr anbieten wollen. Gerade für öffentliche Büchereien dürfte das ein Problem sein, da sie sowieso schon meist zu wenig Finanzmittel haben. Die jährlichen Zahlungen dürften damit schwer wiegen und wenig Büchereien dazu bewegen, auf solch ein Geschäftsmodell einzugehen.

Aus Verlegersicht hingegen hat das Vorgehen angeblich einen guten Grund: Wenn man an Büchereien eine gewisse Anzahl an frei verügbaren E-Books zum Verleih ausgibt, könnte dies das Kauf-E-Book Ökosystem stören, so die Befürchtung. Konkret geht HarperCollins davon aus, dass mehr Menschen die E-Books ausleihen würden, als sie zu kaufen. Damit ist HarperCollins der erste Verleger der elektronische Bücher und gedruckte Bücher anders behandelt – wie engadget.com berichtet sind aus diesem Grund bereits einige Büchereibetreiber dazu übergegangen, keine HarperCollins E-Books mehr zu kaufen.

Konkrete weiterführende Details und einige Interviewauszüge gibt es auf der Webseite der New York Times die zuerst darüber berichtet hat. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: engadget.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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