Interaktive digitale Werbeplakate

18. März 2011, 9:41 Uhr | Archiv

Das Plakat hat ein bewegtes Leben. Was mit Flugblättern und Plakate an Hauswänden begann, ging vor einiger Zeit dem Weg über Bildschirme die aus der Ferne angesteuert werden können. Nun gibt es erstmals interaktive digitale Werbeplakate – der digi:media Blog berichtet darüber.

Digitale Werbeplakate (Quelle: YouTube Video)

Bald als These an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt oder im 16. Jahrhundert als Flugblatt von den Holländern an Häuserwände »geplackt«, wurde es wohl erstmals im 17. Jahrhundert von fahrenden Gauklern zu Reklamezwecken eingesetzt. Heute echot die Werbung vom gegenüberliegenden Bahngleis, flimmern Mordillos im Wechsel mit Wetterbericht und Lockbotschaften lokaler Unternehmen. Gemein scheint allen Darreichungsformen das Plakative. Doch wenn wir uns da mal nicht täuschen.

Was zunächst als plane Farblithografie Wände schmückte, wand sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts um Litfaßsäulen und gewann hier deutlich an Format. Ausgehend vom 1/1 (zumindest in Deutschland der Norm A1 folgend) auf der so genannten Allgemeinstelle im Verbund mit anderen Werbenden bis zu 6/1 und 8/1 Bogen auf der Ganzsäule. Inzwischen ist ein ganzer Reigen an Formaten und Medien hinzugekommen: Vom City-Light-Poster, das Vitrinen schmückt, über Großflächen und Mega-Lights, die bis zu dreimal soviel Fläche (5,04 × 2,38 m) bedienen wie die gute alte Litfaßsäule.

Noch bewegter: Hochformatige City-Lights oder Poster-Lights, die mit bis zu acht Sujets auf Rolle aufgewickelt, im Wechsel in der Vitrine neue Motive zeigen. Mehr noch – frei nach dem Sprichwort, geteiltes Light sei doppeltes Light – zeigen Kombinationen mit LCD-Screens als Active-Light, Frame-Lights oder gar Interactice Lights (mit z.B. Datenschnittstelle per Bluetooth).

Deutschlands größter Außenwerber, die Ströer-Gruppe, bedient z.B. neben 230.000 Werbeflächen und 20.000 Stadtmöbel aber auch in nahezu300 Bahnhöfen infoscreens. Diese Werbeträger verzichten gänzlich auf Trägermaterial, können per Remotezugriff angesteuert werden, und bilden mit regionalen und überregionalen Nachrichten einen Rahmen für digitale Werbung in Form von TV-Spots oder animierten Plakaten.

Doch markieren Bildschirme noch nicht das Ende der Fahnenstange digitaler »Plakatwerbung«. Genauso, wie die Interaktivität in unsere Mediennutzung einzog, so wie wir spielerisch mit Touch-Screens und durch Bewegung gesteuerte Konsolenspielen à la Wii umgehen, so markieren erste Modelle die Zukunft des bewegten Plakats:

(Johannes F. Woll | blog.digimedia.de

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    Lu Cyfer

    20. März 2011

    Sehr beeindruckender Film. Diese neue Technologie wird nicht nur das Werbeplakat revolutionieren. Wenn Personen (wie es scheint) berührungslos Inhalte steuern können fallen mir sofort viele neue Einsatzmöglichkeiten ein die nicht nur mit Werbung zu tun haben!


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