Smartphone-Display als Solarzelle

25. März 2011, 9:32 Uhr | Archiv

Wenn es nach dem französischen Start-up Wysips geht, werden Smartphone-Displays bald Ladegeräte überflüssig machen. Das Unternehmen hat auf der Mobilfunkmesse CTIA Wireless einen Prototypen vorgestellt, bei dem der Bildschirm gleichzeitig als Solarzelle dient.

Solarfolien-Prototyp (Quelle: Engadget.com)

Diese ist nach Angaben des Unternehmens leistungsfähig genug, um den Akku mit nur sechs Stunden Sonnenlicht komplett aufzuladen. Innerhalb eines Jahres soll die Technologie in Endkundenprodukten verbaut werden. Das Unternehmen hat das Display seines Prototypen mit einem speziellen durchsichtigen Photovoltaik-Film überzogen, der keine 100 Mikrometer dick ist. Er beeinflusst die Genauigkeit des Touchscreens nicht, so Wysips-Präsident Ludovic Deblois gegenüber dem Laptop Magazine. Zudem sei die Technologie auch zu brillenlosen 3D-Displays kompatibel, wie sie Nintendos 3DS oder das LG Optimus 3D nutzen. Das Display lädt dann den Akku, was bei direktem Sonnenlicht freilich am schnellsten geht. Doch auch Raumbeleuchtung oder diffuses Licht helfen, dass das Handy nicht so oft ans Ladegerät muss.

Die Wysips-Technologie nutzt laut Unternehmen Solarzellenstreifen und ein Linsenraster ähnlich jenen, die von 3D-Wackelbildern bekannt sind. Letzteres sorgt aber nicht für sichtbare Bildeffekte. Vielmehr dienen die Mikrolinsen dazu, dass der User freien Blick auf das Display hinter den Photovoltaikelementen hat, während einfallendes Umgebungslicht auf die Solarzellen fällt. Dieses Prinzip funktioniert demnach nicht nur für Displays bei Elektronikgeräten, sondern könnte beispielsweise auch die Fenster von Fahrzeugen zu transparenten Stromerzeugern machen.

Wysips hofft, dass die Solarzellen-Technologie bereits innerhalb der nächsten zwölf Monate tatsächlich in Produkten zum Einsatz kommt. Dabei denkt das Unternehmen nicht nur an Smartphones, sondern beispielsweise auch an Tablets oder E-Reader. Da E-Paper-Displays kaum Strom verbrauchen, könnten dort sogar Akkus weitgehend überflüssig werden. Freilich bleibt abzuwarten, ob die Entwicklung auch wirklich einschlägt.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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