RePriv: Microsofts Browser-Projekt

28. April 2011, 9:17 Uhr | Archiv

Wenn es um die eigene Privatsphäre im Internet geht, werden die User immer vorsichtiger. Im Kampf gegen unliebsame Datenspione rückt dabei auch der Browser zunehmend ins Zentrum des Interesses. Diesen Trend hat auch Microsoft erkannt: Entwickler der hauseigenen Research-Abteilung arbeiten bereits mit Hochdruck an einer neuartigen Browser-Software namens „RePriv“.

Quelle: Pixelio // Fotograf: Oleg Rosental

Diese könnte eine wesentliche Verbesserung des Schutzes der Privatsphäre der Nutzer bringen. So sollen Benutzer die Möglichkeit erhalten, jederzeit selbst zu bestimmen, welche Informationen an Dritte weitergegeben werden und welche nicht. „Der Browser weiß mehr über das User-Verhalten als jede individuelle Webseite“, stellt Microsoft-Forscher Ben Livshits gegenüber dem US-Branchenportal Technology Review klar. Dieser Umstand resultiert vor allem daraus, dass die Nutzer zugunsten der Personalisierung von Web-Diensten einen Teil ihrer Privatsphäre aufgeben. „Auch RePriv gibt einige User-Daten an Dritte weiter. Im Unterschied zu anderen Browsern übernimmt hier aber der Nutzer selbst die Kontrolle“, betont Livshits.

Funktionsweise in der Praxis
In der Praxis funktioniert die Software folgendermaßen: Der RePriv-Browser erfasst das spezifische User-Verhalten, um daraus eine Liste mit seinen beliebtesten Online-Aktivitäten und -Themen zu erstellen. Die gesammelten Daten werden lokal gespeichert. Sobald eine Webseite besucht wird, die Personalisierungsmöglichkeiten bietet, erscheint ein Pop-up-Fenster, das einen Überblick darüber gibt, welche Informationen hierfür vom Nutzer abgefragt werden sollen. Dieser kann dann im Einzelfall entscheiden, ob er die geforderten Daten an den Drittanbieter weitergeben will oder nicht.

Wie auch immer sich der User an diesem Punkt entscheidet, die besuchte Webseite erhält in keinem Fall Zugriff auf die gesamten Informationen zu seinem Surfverhalten. Auch wenn er einer Weitergabe zustimmt, sind lediglich die persönlichen Interessen ersichtlich, die für eine Personalisierung des entsprechenden Webangebotes erforderlich sind.

Demonstration anhand eines Beispiels
Um zu beweisen, dass das neuartige Browser-System in der Praxis durchaus seinen Zweck erfüllt, haben Livshits und sein Team eine Demonstration auf Basis der Webseite der New York Times erstellt. „Nachrichtenportale könnten RePriv nutzen, um Besuchern eine persönliche Gestaltung der Frontpage ihrer Auftritte zu ermöglichen“, ist der Microsoft-Forscher überzeugt. Die Software organisiert demnach die Struktur der Zeitungsseite völlig nach den jeweiligen User-Interessen um und bezieht dabei auch Daten mit ein, die über soziale Netze wie Digg gesammelt worden sind.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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