Leiden Verlage unter E-Books?

2. Mai 2011, 9:39 Uhr | Archiv

Nicht nur aufgrund des Desinteresses bei den Lesern zeigen die deutschen Verlage womöglich zurecht Zurückhaltung im E-Book-Markt. So schrumpfen ihre Umsätze gerade wegen des neuen Mediums E-Book , wie die Marktforscher von iSuppli vorhersagen.

Nook E-Reader von Barnes & Noble (B&N) (Quelle: hothardware.com)

Um das Geschäft im deutschen Sprachraum anzukurbeln, hat der Online-Händler Amazon den Kindle hierzulande erst vor wenigen Tagen gestartet. Dabei ist die Nachfrage seitens der Leser noch niedrig. Selbst im Top-E-Reader-Markt USA schaffen es die digitalen Werke aber nicht, die Ausfälle bei gedruckten Büchern zu kompensieren.

Der überwiegende Teil der Bücher wird auch in den nächsten zehn Jahren noch in gedruckter Form vorliegen, obwohl der Markt gerade immer weiter vom gedruckten zum digitalen Buch wechselt. Beim deutschen Börsenverein des Buchhandels ist man sich daher sicher: „Print und Digital werden je nach Lesesituation nebeneinander Bestand haben.“ In der Hoffnung auf steigende Umsätze werden Verlage und Buchhandel künftig zunehmend in die Digitalisierung investieren. Dann findet das Angebot wohl auch seinen Weg zu den Lesern. Laut Stiftung Warentest zählen derzeit aber erst neun Prozent der deutschen Verbraucher zu den potenziellen E-Book-Käufern. Einige Verlage setzen dennoch auf das neue Format. „Ein Großteil derer, die keine E-Books anbieten, wollen dies in den kommenden Jahren ändern“, heißt es.

Dem Büchermarkt versetzt der zunehmende Fokus auf das digitale Geschäft – egal ob in Deutschland oder den USA – laut iSuppli aber einen Dämpfer. Die Verkäufe physischer Titel schrumpfen zwischen 2010 und 2014 um jährlich fünf Prozent. Zwar explodiert der E-Book-Absatz in dem Zeitraum mit plus 40 Prozent regelrecht. Den Experten zufolge macht der Buchhandel die Umsatzausfälle bei gedruckten Werken dadurch aber nicht wett.

Insgesamt schmelzen die Umsätze mit elektronischen und physischen Büchern um drei Prozent pro Jahr. Ein wesentlicher Grund für die Umsatzlücke der Verlage trotz steigender E-Book-Verkäufe liegt in deren günstigeren Preisen. Die elektronischen Titel werden in der Regel um rund 40 Prozent billiger verkauft als gedruckte Werke. Vom US-Markt machen die E-Books 2014 etwa 13 Prozent aus – nach drei Prozent 2010 und sechs Prozent 2011. Die gesamten Buch-Umsätze fallen hingegen von 25 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 22,7 Milliarden Dollar in drei Jahren.

Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

0 Kommentare


Was meinen Sie zu diesem Thema?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
 

Copyright

Copyright 2015 Bernd Zipper, zipcon consulting GmbH

Archiv