Tarifverhandlungen festgefahren

19. Mai 2011, 8:59 Uhr | Archiv

Selbst nach acht Stunden bei den dritten Tarifverhandlungen konnten Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Einigung erzielen. Die Verhandlungen scheinen festgefahren zu sein – beide Seiten stehen sich gegenseitig im Weg. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) ist derzeit als Verhandlungsführer unterwegs.

Bildquelle: www.siggset.de

Bei den Tarifverhandlungen in der Druckindustrie für die 160.000 Beschäftigten der Branche ist es auch nach achtstündiger Verhandlung zu keiner Annäherung zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft gekommen. Die Arbeitgeber sehen bei der Gewerkschaft derzeit keinen echten Willen, durch eine Veränderung des Manteltarifvertrages den Flächentarif zu erhalten. Bislang bleibt die Gewerkschaft bei ihrer starren ablehnenden Haltung bezüglich der Arbeitgeberforderungen.

Die ver.di habe zahlreiche Forderungen, das die Betriebe der Druckindustrie finanziell und organisatorisch nicht stemmen können, meint der bvdm. Alleine die von ver.di geforderte Teilzeitmöglichkeit für ältere Arbeitnehmer bedeute für diese zu den regulären 30 Tagen Urlaub weitere 26 Tage Sonderurlaub pro Jahr. Zu bemerken ist, dass die Druckindustrie als eine der wenigen Branchen in Deutschland noch die 35-Stunden-Woche hat und zudem hohe Zuschläge für Überstunden, Nacht- und Feiertagsarbeit bis zu 170 Prozent zahlt.

Ebenso führten die von ver.di geforderten 5,5% mehr Lohn sowie die jährliche Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro für Altersvorsorge oder Qualifizierung zu erheblichen Zusatzbelastungen der Betriebe. Die Arbeitgeber fordern stattdessen unter anderem dringend notwendige Flexibilisierungsmöglichkeiten wie einen Arbeitszeitkorridor bis zu 40 Stunden wöchentlich sowie eine Anpassung der Maschinenbesetzungsregeln an die tatsächlichen Produktionsanforderungen der Betriebe.

Die Verhandlungen werden am 31. Mai 2011 in München weitergeführt. Eine schnelle Einigung ist nicht in Sicht. Es würde uns wundern, wenn die Verhandlungen am letzten Mai-Tag zu einem positiven Ergebnis kommen werden. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: bvdm-online.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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