Großer IPv6 Testtag im Internet

6. Juni 2011, 9:54 Uhr | Archiv

Am kommenden 8. Juni 2011 findet der erste weltweite Feldtest zum Internet-Standard der Zukunft statt. Organisator ist die Internet Society (ISOC). An diesem Tag sind viele große Webseiten auch über den neuen Standard IPv6 abrufbar.

(Quelle: pixelio // Fotograf: Peter Kirchhoff)

Der IPv6-Tag soll Anbieter und Anwender von Internet-Software und -Diensten motivieren, ihre Produkte und Services an den neuen Standard anzupassen. Dieser wird heute bereits in einigen lokalen und regionalen Netzen eingesetzt, einen weltweiten Testlauf hat es allerdings noch nie gegeben. Der 8. Juni soll Hinweise geben, wo aktuell Engpässe bei der Kommunikation auftreten und welche Teilnetze noch um das neue Protokoll ergänzt werden müssen. Die neuen IPv6-Adressen sind nötig, damit die zukünftigen Dienste in Bereichen wie Heimvernetzung, E-Energy oder Car-To-Car-Kommunikation umgesetzt werden können.

Das Problem
Der Nachschub für die bisherigen Internet-Adressen ist bald erschöpft. Voraussichtlich Ende 2011 gibt es bei den Regionalorganisationen der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) keine freien Adressen im IPv4-Standard mehr. Die IANA ist weltweit für die Vergabe von Internet-Adressen zuständig. Dies ist für Europa besonders problematisch, da hier die Umstellung auf den erweiterten Internet-Standard IPv6 nur schleppend verläuft. Asien und Amerika sind da weiter.

Hintergrunderklärungen
Zur Kommunikation via Internet braucht jeder Anschluss eine eigene IP-Adresse, ansonsten müssen die Datenpakete während des Transports aufwändig umetikettiert werden. Die Adressen ermöglichen die Zustellung der Datenpakete im Netz. Der neue IPv6-Standard ist nicht kompatibel mit dem herkömmlichen Standard IPv4. Dieser wurde bereits 1980 eingeführt und verfügt über eine 32-stellige Binärzahl-Adresse. Auf dieser Basis können 4,3 Milliarden unterschiedliche Adressen vergeben werden (232). Der Nachfolge-Standard IPv6 verwendet 128 Stellen. So können künftig 340 Sextillionen Internet-Adressen vergeben werden (2128). Eine Sextillion ist eine Zahl mit 36 Nullen.

Unternehmen wie Privatkunden sollten nurnoch Geräte kaufen, die auch IPv6 unterstützen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Die Liste aller deutschen Teilnehmer ist hier verfügbar. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: bitkom.org)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    PhotoShopFan

    8. Juni 2011

    Endlich gehts los mit ersten Tests, bin schon gespannt, wann die Umstellung nun wirklich startet – Interessant ist jedenfalls, dass man an seinem Computer für IPv6 nichts einstellen muss, aber wenn man sich einen neuen Router oder Modem anschaffen möchte, dann sollte dieser IPv6-fähig sein. Dies habe ich zumindest hier gelesen: http://www.dsltarife.net/ipv6-tag-technik-test-datenschutz/news/34570.html


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