Financial Times schießt gegen Apple

9. Juni 2011, 8:51 Uhr | Archiv

Die britische Wirtschaftszeitung Financial Times (FT) wehrt sich gegen die restriktive Firmenpolitk, die Apple in seinem iTunes bzw. App Store an den Tag legt. Um die neuen Bestimmungen, die Verleger ab dem 30. Juni dazu zwingen, 30 Prozent der Einnahmen aus ihren digitalen Abonnements an Apple abzutreten, zu umgehen, hat das Finanzblatt nun selbst die Initiative ergriffen und eine eigene Web-basierte App für Smartphones und Tablets entwickelt.

Das iPad von Apple (Quelle: Apple-Trailer)

Diese Financial Times WebApp lässt sich ganz einfach über den Browser nutzen, ein Herunterladen via iTunes ist somit nicht mehr nötig. „Wir sind nicht auf ein Kooperationsabkommen mit Apple angewiesen, um unsere digitale Vertriebsstrategie erfolgreich umsetzen zu können“, gibt sich Rob Grimshaw, Managing Director der FT-Webseite, gegenüber der britischen Zeitung „The Guardian“ selbstbewusst. Die Verhandlungen mit dem IT-Riesen aus Cupertino seien derzeit in einer Pattsituation festgefahren. Die Entwicklung einer eigenen App, die auch ohne iTunes auskommt, bezeichnet Grimshaw als eine „nüchterne, pragmatische Geschäftsentscheidung“: „Wir schauen uns sehr genau an, was wir an Drittanbieter bezahlen. Ich halte es nicht für richtig, dass sich Apple ein Drittel des Umsatzes schnappt.“

Generelle Unzufriedenheit bei Verlagen?
Die FT ist bei weitem nicht das einzige Zeitungshaus, das sich mit der Geschäftspolitik von Apple nicht anfreunden kann. Laut Guardian-Bericht haben bereits mehrere Branchenvertreter damit begonnen, sich nach brauchbaren Vertriebsalternativen zum iTunes Store umzusehen. Bei der FT selbst hatte man schon im April damit gedroht, eventuell auf andere Vertriebskanäle auszuweichen, falls der iPad-Hersteller seine Abo-Politik nicht grundlegend überdenken sollte.

Kundeninfos an Apple
Dass sich die Verleger der FT gegen eine Kooperation mit Apple entscheiden haben, liegt vor allem an den neuen Richtlinien, die der aktuelle Marktführer im boomenden App-Geschäft Ende Juni in seinem iTunes Store installieren will. Demnach müssen Verlage bald nicht nur 30 Prozent ihrer digitalen Abo-Einkünfte abtreten, sondern auch wichtige Kundeninformationen, die auf diese Weise gesammelt werden, an Apple weiterzugeben. „Aus unserer Sicht wäre es ein klarer Rückschritt, wenn wir eine Vereinbarung eingehen, die uns den direkten Zugang zu unseren Lesern versperrt“, betont FT-Managing-Director Grimshaw.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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