Druckindustrie: Arbeitskampf beginnt

10. Juni 2011, 8:18 Uhr | Archiv

Der Bundesverband Druck und Medien verurteilt die Streikaktivitäten der Gewerkschaft ver.di und deren Informationspolitik im Tarifkonflikt der Druckindustrie aufs schärfste. Die Gewerkschaft hatte für den gestrigen Donnerstag gemeinsam mit dem Deutschen Journalistenverband (DJV) zu einer Großkundgebung in Frankfurt am Main auf dem Römer aufgerufen.

Bildquelle: Pixelio // Fotograf: Sebastian Bernhard

Seit dem Ablauf der Friedenspflicht am 30. April dieses Jahres bis heute gab es mehr als 170 Streiks in Druckbetrieben. Für eine Branche, die sich noch nicht von der jüngsten Wirtschaftskrise erholt hat und seit Jahren in einer tiefen strukturellen Krise steckt, ist das Verhalten der Gewerkschaft und der streikenden Mitarbeiter unverständlich und kontraproduktiv, meint der bvdm. Die Branche hat in den letzten zehn Jahren fast 4000 Betriebe mit über 60 000 Beschäftigten verloren.

Der bvdm kritisiert außerdem die falsche Informationspolitik der Gewerkschaft. ver.di schüre den Eindruck, dass die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag der Druckindustrie abschaffen und zurück zu gesetzlichen Standards wollen. Dies sei nicht der Fall. Nach dem Willen der Arbeitgeber sollen die Betriebe gemeinsam mit dem Betriebsrat die Dauer der Arbeitszeit, bis maximal 40 Stunden, festlegen können. Betriebsbedingte Kündigungen können dabei ausgeschlossen werden.

Ausgeblendet wird von ver.di auch, dass die Druckindustrie bereits jetzt Spitzenlöhne zahlt, und dies bei einer 35-Stunden-Woche. Ein Drucker verdient, je nach Schichtzulagen, im Jahr bis zu 60.000 Euro, ein Maschinenführer bis zu 80.000 Euro. Der bvdm appelliert an ver.di, für die Druckindustrie konstruktiv zu verhandeln, statt sich in Kampfrhetorik zu üben. Die Tarifverhandlungen in der Druckindustrie werden am 16. Juni in Frankfurt am Main fortgesetzt.

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(Daniel Schürmann | Quelle: www.bvdm-online.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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