Apps im Einsatz als Markentool

22. Juni 2011, 9:22 Uhr | Archiv

Das Marktforschungsinstitut Marketagent.com hat rund 400 Kommunikationsexperten aus den Bereichen Medien, Marketing/PR und Werbung aus Deutschland und Österreich zum Thema App-Marketing befragt. Dabei ging es um die Bedeutung der mobilen Anwendungen heute und morgen, um mögliche Einsatzbereiche von Apps als Kommunikationsmaßnahme der großen werbetreibenden Unternehmen, aber auch um mehr. Worum genau und die Ergebnisse teilen wir Ihnen mit.

Das neue iPhone 4S mit schmalerem Displayrahmen (Quelle: micgadget)

So ging es auch auch um die Frage, ob entsprechende Konzepte wohl besser von externen Anbietern oder in Eigenverantwortung entwickelt werden und was wohl die wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Marketing mit den kleinen Programmen sind.

Bedeutung von Apps
Applikationen für Smartphones und Tablett-PCs sind in aller Munde bzw. in fast jedermanns Händen: Den Angaben des Pioniers Apple zufolge wurden von Juli 2008, als die Kalifornier mit dem hauseigenen Shop an den Start gingen, bis Ende 2010 weltweit insgesamt mehr als zehn Milliarden App-Downloads über „iTunes“ getätigt. In Deutschland waren es anbieterübergreifend laut Branchenverband Bitkom allein im Jahr 2010 gut 900 Millionen Mini-Programme, die auf die entsprechend einsetzbaren Geräte heruntergeladen wurden – ein Zuwachs von mehr als 110% gegenüber dem Vorjahr. Und die Prognosen gehen von weiterem, massivem Wachstum aus.

Welche Bedeutung hat dieser relativ neue, aber rasant wachsende Bereich für die Kommunikationsaktivitäten der Top 500 werbetreibenden Unternehmen? Zum jetzigen Zeitpunkt schätzt fast die Hälfte aller von Marketagent.com in Deutschland und Österreich Befragten (49,7%) die Bedeutung von Apps im Marketing als hoch oder eher hoch ein. Unter den im Marketing, Produkt-Management und im MaFo-Bereich Tätigen sind es sogar 60 Prozent, die Mobile Apps derzeit eine hohe Relevanz zusprechen. Auf der anderen Seite votiert aber fast genauso die Hälfte aller befragten Experten (48,3%) für keine oder höchstens geringe Bedeutung.

Quelle: Pixelio // Fotograf: Oleg Rosental

Blick in die Zukunft
Beim Blick in die Zukunft erwarten in fünf Jahren 84% der Befragten bereits eine hohe oder eher hohe Bedeutung. Allerdings wollen auch immerhin acht von 100 Personen keine Prognose für das Jahr 2020, also weitere fünf Jahre später abgeben. Geht hier der eine oder andere Experte von einem zeitlich befristeten Höhenflug aus, der nach einer „Dekade der Apps“ wieder abflaut? Die direkte Frage danach, also ob es sich bei diesem Instrument also um einen kurzfristigen Hype handelt oder ob der Einsatz von Apps zu nachhaltigen Veränderungen im Marketing-Mix führen wird, beantwortet die Studie dann wieder relativ klar: Mehr als drei Viertel der befragten Kommunikationsprofis sehen nachhaltigen Veränderungen in ihrer Branche, nur 2,8% meinen, dass die Nutzung von Apps im Marketing eine vorrübergehende Erscheinung darstellen.

Sinn und Einsatzzwecke von Apps
Die Zwecke, für die sich der Einsatz von Apps im Besonderen anbietet, sind für über zwei Drittel Kundenbindung und die Verbesserung von Kundenbeziehungen (68,5%), und für mehr als die Hälfte die Imagepflege von Marke und Unternehmen (53,7%). Auch das Erschließen neuer Kunden-/Käufergruppen (48,6%) und die Abgrenzung vom Mitbewerb (47,5%) ist noch für fast die Hälfte aller Befragten ein lohnenswertes Einsatzgebiet der Apps. Eine Absatz- oder Umsatzsteigerung stellt dagegen nur für ein Viertel (25,6%) einen echten Anlass für den App-Einsatz dar.

Die Frage, ob es grundsätzlich sinnvoller ist, Strategien und Konzepte für den Einsatz von Apps selber im eigenen Haus zu entwickeln oder einen externen Dienstleister zu beauftragen, wird differenziert gesehen: Während 86% Befragte aus kleinen Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern lieber externe Dienstleister beauftragen würden, sind es bei den großen Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern immerhin vier von zehn Befragten (24,3%), die derartige Aktivitäten Inhouse besser aufgehoben sehen. Unabhängig von der Unternehmensgröße geht die Tendenz aber in Richtung Outsourcen: Drei Viertel aller Befragten (76%) würden lieber die Beratungskompetenz entsprechender Dienstleister in Anspruch nehmen. Und welche Art Anbieter kommt dabei als Ansprechpartner in Frage? Multimedia-Agenturen scheinen hier die erste Wahl zu sein: Fast neun von zehn Experten (87,1%) schreiben diesen eine sehr hohe oder eher hohe Beratungskompetenz beim Thema „App-Marketing“ zu. Etwa die Hälfte der Befragten würde hier auf Kreativ-Agenturen vertrauen (52,2%). Die klassischen Unternehmensberater sind dagegen für nicht einmal zehn von hundert Befragten (9,3%) ein geeigneter Ansprechpartner für die Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen.

Apples iPad mit 3D-Display - (Quelle: 9to5mac.com)

Hindernisse im deutschen Markt
Dass es daran auf dem deutschen Markt noch ein wenig hapert, zeigt die Realität. Die meisten werbetreibenden Unternehmen haben zwar die Zeichen der Zeit erkannt und sind mit Apps in den einschlägigen Download-Shops vertreten – eine auch beim Konsumenten spürbare Integration von Applikationen in das gesamte Marketingkonzept wird zumeist aber noch vermisst. 32,8% der von Marketagent.com befragten Kommunikationsexperten bewerten es als eher oder sehr schwierig, mit Apps einen Marketingerfolg zu erzielen, nur gut drei von hundert (3,4%) halten dies für sehr einfach. Aber es gilt, sich an diese Herausforderung zu wagen, denn das Potenzial für Applikationen als ergänzendes Marketing-Instrument ist riesig: Rund 60 Apps besitzt der durchschnittliche User in Deutschland heute auf seinem Gerät – viel Platz für einfallsreiche Kommunikationsmaßnahmen.

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(Daniel Schürmann | Quelle: Marketagent.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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