Printdata & VIVA: Distributed Publishing

29. Juni 2011, 9:51 Uhr | Archiv

Printdata und VIVA präsentieren mit ‚Distributed Publishing’ vollkommen neue Möglichkeiten für die Organisation der Druck- und Medienproduktion. So lassen sich jetzt auch komplexere Druckerzeugnisse wie unter anderem Periodika oder Broschüren unter Beteiligung von ‚Gestaltungslaien’ auf sehr komfortable Weise und bei deutlich reduziertem Aufwand herstellen.

Der Dienstleister erstellt eine Vorlage im VivaDesigner 7 (1) oder importiert eine fertige Vorlage aus InDesign (2). Anschließend definiert er in den Vorgaben aus 30 Optionen die Zugriffsrechte für das Dokument und liefert es an den Kunden (3). Der Kunde öffnet das Dokument mit einer kostenlosen oder kostenpflichtigen Version des VivaDesigners 7 und nimmt seine Änderungen vor. In diesem Beispiel kann der Kunde Texte nur mit vorhandenen Stilvorlagen auszeichnen, Bildausschnitte verändern und Bildobjekte strecken, um das Gebäudebild an die Textmenge anzupassen (4). Da er nur Kontrollausdrucke anfertigen kann, muss er das fertige Dokument für den Druck an den Dienstleister zurückschicken (5). Dieser Austausch ist auch über ein Web-Portal möglich.

Der besondere Clou: Druckdienstleister oder Agenturen können allen am Produktionsprozess beteiligten Personen eine kostenlose Basisversion des Satz- und Layout-Programms VivaDesigner 7 zur Verfügung stellen und dabei flexibel so genannte Zugriffsrechte im Dokument vergeben. Das heißt, sie bestimmen individuell, über welche Funktionalität der Software die einzelnen Personen jeweils verfügen und welche Arbeitsschritte sie ausführen dürfen.

Dadurch wird bei der Erstellung von Dokumenten garantiert, dass CI-Regeln eingehalten werden. Es können aber auch Druckparameter voreingestellt, dedizierte Speicherorte für Dateien definiert und zu verwendende Bildarchive festgelegt werden. Die Master-Templates werden per Mail, FTP oder Web an die Content-Lieferanten verteilt (deshalb Distributed Publishing), die ihre Dokumente mittels der Zugriffsrechte offline mit dem kostenlosen Viva-Editor erstellen und anschließend wieder per Mail, FTP oder Web-Upload zurück an den Lieferanten des Designs oder eine Druckerei liefern. Dank Verwendung von IDML können Adobe InDesign-Dateien ab Version CS4 importiert und exportiert werden.

Um die Bearbeitung weiter einzuschränken, wurden in diesem Beispiel einige Objekte der linken Seite (1) einer gesonderten Ebene (2) zugewiesen, die mit einem Passwort geschützt wird (3). Neben Programmfunktionen und Ebenen lassen sich auch Musterseiten mit Passwörtern belegen.

„Mit Distributed Publishing lassen sich jetzt auch zum Beispiel Kunden-, Mitarbeiter-, Verbands- und Vereinsmagazine oder Broschüren komfortabel mit vorgefertigten Design-Vorlagen und integrierten CI-Regeln offline herstellen. Druckdienstleister, Agenturen, Designer und Printbuyer werden dabei auf intelligente Weise in einen sehr flexiblen und kosteneffizienten Produktionsprozess eingebunden. Distributed Publishing schließt also eine Lücke im Markt“, erklärt Printdata-Geschäftsführer Frank Siegel. Sein Unternehmen hatte kürzlich den exklusiven Vertrieb der VIVA Publishing-Lösungen in der Druck- und Medienbranche im deutschsprachigen Raum übernommen.

Bislang war die Herstellung anspruchsvoller Druckerzeugnisse umständlich: Agenturen oder Druckdienstleister konnten den einzelnen Personen der Projektteams entweder nur offene oder PDF-Dateien bereits fertiger Entwürfe zur Verfügung stellen. Und das wahlweise per E-Mail oder FTP-Server. Offene Dateien setzten voraus, dass alle beteiligten Mitarbeiter über die entsprechende Satz- und Layout-Software verfügten – was ein Kostenfaktor war. Zudem war die Produktionssicherheit bei offenen Dateien ein kritisches Thema, da sich die Dateien nur sehr eingeschränkt schützen ließen. So konnte es leicht vorkommen, dass insbesondere Mitarbeiter, die mit der Software nicht vertraut waren, versehentlich Inhalte oder Einstellungen veränderten.

Das konnte später im Druck für Überraschungen sorgen. Darüber hinaus bedeutete das Arbeiten mit offenen Dateien für Druckdienstleister stets das Risiko, dass Kunden mit fertigen Produktionsdaten aus Preisgründen zu anderen Agenturen oder Druckereien abwanderten. Das Arbeiten mit PDF-Dateien wiederum war wenig flexibel. Agenturen und Druckdienstleister mussten in aller Regel die komplette Satz- und Layoutarbeit übernehmen und ihren Kunden dafür entsprechende Rechnungen schicken. Der Abstimmungs- und Korrekturprozess war nicht automatisiert und aufwändig.

Web-to-Print war für anspruchsvollere Druckerzeugnisse wie Periodika oder Broschüren bislang keine optimale Alternative. Denn bisher bieten die Lösungen in aller Regel nur die Funktionalität für die Herstellung von Standard-Druckerzeugnissen und dabei lediglich eingeschränkte Möglichkeiten für Layout-Arbeiten.

Distributed Publishing bricht diese starren Strukturen auf. Vom Prinzip her so ähnlich wie beim Acrobat Reader können Agenturen und Druckdienstleister allen Mitgliedern von Projektteams, die gemeinsam an Druckerzeugnissen arbeiten, die Free-Edition des Satz- und Layout-Programms VivaDesigner 7 zur Verfügung stellen. Dabei entstehen weder den Agenturen und Druckdienstleistern noch den Printbuyern Kosten. Die Free-Edition – sie ist wahlweise für Mac, Windows und Linux erhältlich – eröffnet allen Mitarbeitern des Teams die Möglichkeit, unter anderem Templates mit anspruchsvoller Typografie und Gestaltung zu bearbeiten, die vom Designer mit dem VivaDesigner 7 angelegt wurden. Mit dem Zusatz-Modul Distributed Publishing können Agenturen und Druckdienstleister bei diesen Dokumenten auf einfache Weise bei wenig Aufwand beliebig Zugriffsrechte definieren und damit auf Benutzerebene die Möglichkeiten der Bearbeitung der Dokumente flexibel einschränken.

Das heißt, sie können alle Funktionen der Layout-Software ausblenden, die für die jeweiligen Mitarbeiter nicht relevant sind oder mit denen diese nicht arbeiten sollen. Sobald die Mitarbeiter Dokumente öffnen, verschwinden automatisch alle Funktionen aus den Menüs und Paletten, die von Agenturen oder Druckdienstleistern gesperrt wurden. Das macht das Arbeiten mit der ohnehin leicht bedienbaren Layout-Software noch einfacher. Gleichzeitig werden Produktionsrisiken ausgeschlossen, da sich bestimmte Bereiche oder Ebenen der Dokumente schützen lassen.

Im Zuge der Vergabe der Zugriffsrechte kann beispielsweise festgelegt werden, dass Kunden nur Texte und Bildinhalte, nicht aber Layout, Stilvorlagen oder Farben verändern dürfen. Oder sie können Dokumente drucken, nicht aber hochauflösende PDF-Dateien erzeugen. Insgesamt stehen mehr als 30 verschiedene Zugriffsrechte aus den Bereichen Dokumenten-Management, Ausgabe, Layout & Inhalt und Interfaces zur Verfügung. Alle Einstellungen werden per Passwort gesichert – wobei auch nur einzelne Ebenen oder Musterseiten mit Passwörtern belegt werden können.

Besonders interessante Möglichkeiten eröffnet das Zusammenspiel mit der Web-to-Print-Lösung Online-PrintShop (OPS) von Printdata, die im Markt als umfangreichstes E-Commerce-System für Druckdienstleister gilt. Ähnlich wie bei Fotobuchanwendungen können Druckdienstleister in ihren Web-to-Print-Shops Templates für zum Beispiel Periodika anbieten, die sie mit dem VivaDesigner 7 angelegt haben. Diese Designvorlagen können von den Printbuyern downgeloaded, offline mit Inhalten gefüllt und nach vorgegebenen Regeln bearbeitet werden. Anschließend laden die Kunden die Dateien wieder hoch in den Web-to-Print-Shop. Die zugehörigen Produktionsdaten wie unter anderem Papierqualitäten oder Angaben zur Weiterverarbeitung werden entweder in die Templates oder im Web-to-Print-Shop eingetragen.

Mit etwa 30 Optionen lässt sich genau definieren, welche Zugriffsrechte der Kunde für ein Dokument bekommt. Diese Zugriffsrechte werden mit einem Passwort abgesichert.

Bei Distributed Publishing kann also flexibel definiert werden, wer im Produktionsprozess welche Arbeitsschritte ausführen darf – und wer damit welche Kosten der Produktion trägt. Übernehmen die Auftraggeber der Drucksachen zum Beispiel in den Templates selbst die Layout-Arbeiten und die Korrekturen, werden sie von ihren Agenturen und Druckdienstleistern hierfür keine Rechnungen mehr bekommen. Druckdienstleister und Agenturen können das Distributed Publishing wiederum als Instrument der Kundenbindung nutzen. Und schließlich profitieren alle beteiligten Seiten von dem gestrafften und komfortablen Produktionsprozess.

Zudem zeichnet sich das Distributed Publishing durch Offenheit aus. Unter anderem können mit Adobe InDesign erzeugte IDML-Dateien ab Version CS4 in den VivaDesigner 7 eingelesen und zum Zurückschreiben auch wieder im IDML-Format exportiert werden. Profis müssen sich also nicht von ihren bisherigen Programmen verabschieden, sondern nutzen diese wie bisher. Die IDML-Dateien werden dann in den VivaDesigner 7 importiert. Diesem ständigen Austausch von Dokumenten sind wenige Grenzen gesetzt. Beispielsweise setzen InDesign und VivaDesigner unterschiedliche Silbentrennungsmodule ein.
Anschließend werden nur noch die Zugriffsrechte für die jeweiligen Templates vergeben. Nach Rücksendung der editierten Dateien von den Kunden kann der Dienstleister aus den Dokumenten im VivaDesigner 7 PDF-Dateien schreiben oder wieder IDML-Formate zur Weiterverarbeitung ausgeben.

Frank Siegel: „Angesichts der umfassenden Funktionalität sowohl von OPS als auch des VivaDesigners 7 schiebt die Kombination beider Lösungen die Grenzen der bisherigen Web-to-Print- und Fotobuch-Anwendungen hinaus. So können Agenturen und Druckdienstleister über diese Lösung für Kunden wie zum Beispiel Markenartikler auf komfortable Weise standardisierte Konzepte für deren gesamte (Werbe-)Drucksachenproduktion entwickeln. Distributed Publishing ermöglicht ihnen also vollkommen neue Kommunikationsformen und Geschäftskonzepte – eine echte Innovation für die Druck- und Medienproduktion.“

Das Distributed Publishing-Modul ist je nach Unternehmensgröße ab 840 Euro Jahresgebühr erhältlich. Im Preis sind alle Updates enthalten. Demoversionen des VivaDesigner 7 mit dem Zusatzmodul Distributed Publishing, inklusive Anleitungen und Videos, sind auf der passenden Webseite verfügbar.

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(Daniel Schürmann | Quelle: Printdata Pressmeldung)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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