Automatische Foto-Verschlagwortung

1. Juli 2011, 8:51 Uhr | Archiv

US-Studenten haben eine Smartphone-App entwickelt, um für eine bessere Verschlagwortung von Fotos zu sorgen. Dabei setzt „TagSense“ darauf, nicht nur Sensordaten des eigenen Geräts zu nutzen. Wird mit TagSense ein Foto geschossen, erkennt das Gerät automatisch abgebildete Personen und den Umgebungskontext, dank Sensordaten von Telefonen der fotografierten.

Bildquelle: Pixelio // Fotograf: Sebastian Bernhard

Indem fotografierte Freunde der App freiwillig Zugang zu den Daten gewähren, helfen sie, automatisch verschiedene Schlagworte etwa zu Wetter, Bilddynamik und Stimmung zu generieren. So bekommen Fotos mehr Tags als beispielsweise nur mithilfe einer Gesichtserkennung. Das hilft später dabei, in der eigenen Fotodatenbanken gezielter nach bestimmten Bildern zu suchen.

Die Stundenten haben festgestellt, dass existierende Lösungen für viele Fotos kaum oder keine Schlagworte liefern. So liefert Gesichtserkennung allenfalls den Namen einer Person – und das sicher nicht, wenn sie nur von hinten zu sehen ist. TagSense setzt daher darauf, dass Freunde Daten vom eigenen Smartphone freiwillig dem Fotografen zur Verfügung stellen. Schon allein, dass sich ihr Gerät in der Nähe befindet, ist dann ein Hinweis, wer auf einem Bild zu sehen ist.

Die verwendeten Daten und Sensoren
So geben die Bewegungssensoren eines Smartphones Aufschluss darüber, ob sich ein Freund beispielsweise besonders in Pose wirft oder gerade tanzt. Das Mikrofon wiederum kann ermitteln, ob ein Nutzer lacht und somit Information zur Stimmung liefern. Die Lichtsensoren in den Geräten sowohl der Bildsubjekte als auch des Fotografen wiederum helfen zu beurteilen, ob eine Aufnahme im Freien entsteht und ob es bewölkt ist. GPS-Daten wiederum geben an, wo ein Foto entstanden ist – und liefern in Verbindung mit der Uhrzeit die Möglichkeit, über eine Online-Wetterinfo zu bestimmen, ob es beispielsweise schneit.

Verschlagwortung dank Sensordaten
Mithilfe all dieser Sensordaten ist es möglich, Fotos mit einfachen, aber informativen Schlagworten zu versehen – etwa „lachend“ oder „tanzend“. So kann man nach einer Party konkret nach Fotos von tanzenden Personen suchen. Freilich wäre es auch möglich, die Suche dabei auf Bilder einer bestimmten Person einzugrenzen. TagSense ist dabei nach Ansicht des Teams nicht zuletzt dafür interessant, existierende Beschlagwortungslösungen zu ergänzen

Die Studenten haben TagSense mittels acht Nexus One-Smartphones an über 200 Fotos erprobt. Dabei konnten sie nachweisen, dass der Ansatz Personen öfter korrekt als im Bild verschlagwortet als die Gesichtserkennung bei Apples iPhoto oder Googles Picasa. Allerdings gab es öfter fälschlich verschlagwortete zugeordnete Personen, da ihr Smartphone zwar in der Nähe, der Mensch aber nicht wirklich im Bild war. Vorläufig ist die App auch nur ein Prototyp – bis zum kommerziellen Produkt dürfte es noch einige Jahre dauern.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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