Druckbranche stagniert auch 2011

8. Juli 2011, 9:08 Uhr | Archiv

Die deutsche Druckindustrie konnte im Jahr 2010 nicht von der guten Entwicklung der Gesamtwirtschaft profitieren, so der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) anlässlich seiner Jahrespressekonferenz in dieser Woche. Die Druckindustrie musste mit einem Umsatzrückgang von 2,5 Prozent zufriedengeben, während das verarbeitende Gewerbe 14,5 Prozent zulegte.

Bildquelle: www.siggset.de

Im Jahr 2010 erwirtschafteten die rund 10.000 Unternehmen der Branche damit einen Umsatz von circa 20,3 Milliarden Euro. Die Kapazitätsauslastung der Druckbetriebe stieg im Jahresdurchschnitt 2010 auf 81,8 Prozent, das sind 3,3 Prozentpunkte mehr als 2009.

Seit Anfang 2011 hat sich die Lage der Druckindustrie leicht verbessert. So stiegen die Umsätze der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten – ausgehend von dem sehr niedrigen Niveau des Vorjahres – bis April 2011 um 4,6 Prozent auf rund 4,25 Milliarden Euro. Die ersten Einschätzungen für das 1. Halbjahr deuten wieder auf rückläufige Zahlen hin, so dass der Spitzenverband der deutschen Druckindustrie für 2011 insgesamt eine Umsatzstagnation erwartet. Vor allem den kleinen mittelständischen Druckunternehmen macht der Strukturwandel mit dem starken Boom der elektronischen Medien zu schaffen.

Zahl der Beschäftigten ebenfalls rückläufig
Deutlich werde dies – so der bvdm – bei der Betrachtung der langfristigen Branchenentwicklung. Gegenüber dem Jahr 2000 ist die Zahl der Betriebe um 27,8 Prozent, die der Beschäftigten um 28,8% gesunken. Damit sind der Branche in den vergangenen zehn Jahren 3.879 Betriebe und 64.140 Beschäftigte verloren gegangen. In der deutschen Druckindustrie arbeiten rund 158.751 Mitarbeiter, das sind 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr 2009 (165.903).

Die Probleme der Druckindustrie
Die Ertragslage in der Druckindustrie wird durch steigende Kosten in 2010 bei Papier (bei Verpackungspapieren bis zu 36 Prozent), Druckfarben (+1,3 Prozent) und Druckmaschinen (+1,6%) erheblich belastet. Alarmierend sind für den Verband die sehr hohen Energiepreise (+4,3%). Im Vergleich zum Basisjahr 2005 weisen diese eine außerordentliche Wachstumsrate von 22,6 Prozent auf.

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(Daniel Schürmann | Quelle: bvdm-online.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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