Twitter als Goldgrube für Ärzte

14. Juli 2011, 9:11 Uhr | Archiv

Twitter hat sich als Datengoldgrube für das öffentliche Gesundheitswesen entpuppt. So zeigen die hier verbreiteten Kurznachrichten wichtige Trends in dem Sektor auf. Wie die Johns Hopkins University (JHU) feststellt, bilden die Posts eine nützliche Quelle bedeutender Gesundheitsinformationen. In den sozialen Medien teilen viele User nicht nur Einblicke in ihren Krankheitsverlauf.

Das Twitter-Tier

Darüber hinaus veröffentlichen sie Detailangaben, die womöglich selbst ihren behandelnden Ärzten unbekannt sind. Tweets lassen etwa Rückschlüsse auf den Gebrauch, aber auch den Missbrauch rezeptfreier Medikamente zu. Die Kurznachrichten geben so Aufschluss darüber, wo Aufklärungsbedarf besteht.

Anhand einer Filter-Software haben die Experten an der JHU aus rund zwei Milliarden Twitter-Messages etwa 1,5 Millionen Nachrichten mit Inhalten zum Thema Gesundheit sortiert. Daraus lassen sich etwa Verhaltensmuster bei Allergien, Grippewellen, Krebs, Schlafstörungen, Depressionen oder auch Fettsucht ablesen. Angesichts der Masse an Messages bietet die Plattform außerdem eine Fülle an wichtigen Informationen für das umfassende Gesundheitssystem – etwa zu Ursprung und Verlauf von Epidemien.

Die Twitter-Postings liefern im Krankheitsfall der User nicht nur Erkenntnisse über ihre ärztlich verordnete Arznei, sondern auch über zusätzliche Medikation in Eigenregie. Eine Reihe von Nutzern nimmt bei Grippe etwa Antibiotika ein. Diese helfen jedoch nicht gegen das Virus, erklärt JHU-Forscher Michael Paul. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass die Praxis zur zunehmenden Antibiotika-Resistenz beiträgt. Den Erkenntnissen nach sind in der Öffentlichkeit einige medizinische Fehlannahmen verbreitet. Die sozialen Medien können dazu beitragen, diese richtig zu stellen.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

2 Kommentare

  1. Antworten

    Frank Arndt

    15. Juli 2011

    Ist bekannt mit welchen Werkzeugen hier gearbeitet wurde? Meines erachtens muß da doch noch viel mehr verwertbares aus den verschiedensten Forschungssichten inkl. Kommunikationsforschung möglich sein.

  2. Antworten

    Daniel

    16. Juli 2011

    Der Originalartikel ist auf Englisch hier zu finden. Allerdings werden auch dort keine genauen Werkzeuge genannt. Vermutlich werden die Tweets mit einer selbstgeschriebenen Software ausgewertet worden seien, die auf spezielle Begriffe abzielt und diese auswertet.

    http://www.futurity.org/health-medicine/software-mines-twitter-for-sick-trends/


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