Li-Fi: Datenübertragung über Licht

21. Juli 2011, 12:00 Uhr | Archiv

Mit einer neuen Technologie soll es möglich werden, Daten über sichtbares Licht zu übertragen. Die „Li-Fi“ genannte Technologie wird in einem Proof-of-Concept Projekt, „D-Light“, eingesetzt – erste Produkte mit der neuen Technologie sollen dann zu Beginn des nächsten Jahres vom Spin-Out Unternehmen Visible Light Communications folgen.

Datenübertragung per LED-Licht - (Foto: Flickr CC/Adrienne Serra)

Harald Haas vom Einginnering Institute der Universität Edinburgh ist sich sicher: „Die Technologie hat enormes Potential“. Die neue Technik ließe sich problemlos in Krankenhäusern oder Industrieanlagen einsetzen und kann in allen möglichen Bereichen, sowohl Indoor als auch Outdoor eingesetzt werden.

Dabei sind die Übertragungsraten nicht gering – mit knapp zehn Megabit pro Sekunde konnte Harald Haas auf der TEDGlobal-Konferenz der letzten Woche ein Video durch eine Microchop-erweiterte LED-Leuchte an einen Empfänger senden. Dabei sollen in Zukunft sogar bis zu 300 MBit/s erreicht werden können. Bereits Anfang 2012 sollen erste Tranceiver-Module auf den Markt kommen, die ersten Prototypen werden bereits jetzt entwickelt.

Doch welche Vorteile bietet Li-Fi gegenüber Wi-Fi? Haas erklärt, dass an vielen Orten die Radiofrequenzen bereits stark ausgelastet sind. Die Folge: Langsame und instabile Datenübertragung für Wi-Fi-Nutzer, die durch die Verbreitung der mobilen Geräte immer mehr die Netze auslasten. Das Problem mit den Frequenzen soll Li-Fi einfach lösen können: „Das sichtbare Licht bietet ein 10.000-fach größeres Frequenzspektrum“, erklärt Haas. Auch der Stromverbrauch sei geringer als der des Wi-Fi-Netzes – Haas‘ Schätzungen zufolge wird der Kostenfaktor für die Datenübertragung durch Licht „um den Faktor Zehn geringer“ als bisher mit Wi-Fi sein. Weder eine Antenne noch ein teures Funkgerät sind hier vonnöten.

Weiterer Vorteil: Der Einsatz der Technik ist in Orten möglich, in denen eine Datenübertragung über Funk derzeit nicht bzw. nur eingeschränkt möglich war wie z.B. Krankenhäuser, Flugzeuge oder Industrieanlagen. Li-Fi wäre hier völlig risikolos. Mit der neuen Technologie könnten auch Autos miteinander kommunizieren, sodass man mehr Sicherheit im Straßenverkehr erreichen könnte.

Doch nicht nur technisch bietet die Datenübertragung über Licht Vorteile – auch gesundheitlich soll die neue Technologie unbedenklich sein. Bei Wi-Fi ist die Wirkung auf den Menschen wissenschaftlich noch umstritten. So bezeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHHO) radiofrequente Elektromagnetfelder als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“.

Wir sind gespannt, wie sich die neue Technik entwickelt und vor allem, ob sie sich gegen Wi-Fi durchsetzen kann. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)
(Georg Pichler)

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