HP gibt WebOS auf

19. August 2011, 12:08 Uhr | Archiv

Hewlett-Packard hat sich viel Mühe gegeben, um das eigene Tablet-System WebOS mit dem Tablet TouchPad zu etablieren. Doch die Mühen scheinen sich nicht bezahlt gemacht zu haben: Nachdem die Preise des Tablets sowie des WebOS-Smartphone HP Veer gesenkt wurden, hoffte man auf mehr Erfolg, wohl vergeblich. HP erklärte in einer offiziellen Pressemeldung, dass man ab sofort keine WebOS-Geräte mehr herstellen wird.

HPs 'TouchPad' - (Quelle: winfuture.de)

HP hat sich damals gegen Googles Android entschieden – man wollte nach der Übernahme von Palm lieber auf das eigene WebOS setzen. Durch die starke Konkurrenz in Form von Apples iPad und diversen Android-Geräten, bleib der gehoffte Erfolg jedoch aus. Nun will man keine WebOS-Hardware mehr herstellen, die Software jedoch soll weiterhin betreut und weiterentwickelt werden.

Neben der Meldung verkündete HP ebenfalls die vorläufigen Quartalszahlen, nach denen der Umsatz um Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 30,7 Milliarden US-Dollar auf nur 31,2 Milliarden US-Dollar leicht ansteigen konnte. Der Aktiengewinn stieg von 75 aus 93 US-Cent. Trotz des geringen Erfolgs will Apple auch im nächsten Quartal einen stabilen Umsatz erreichen, rechnet jedoch mit einem drastischen Verlust des Gewinns pro Aktie auf 50 US-Cent in Folge der Umstrukturierungen.

Einen ähnlich radikalen Umbau gab es damals bei IBM, als der Computer-Hersteller sein PC-Geschäft an Lenovo verkaufte. HP will jedoch nicht alle Bereiche loswerden, die Drucker-Sparte IPG oder die Server-Sparte Enterprise Business sollen erhalten bleiben. Weitere Investitionen in Millionenhöhe in WebOS wären zu unsicher. Finanzchefin Cathy Lesjak erklärte, dass man derzeit noch prüfe, ob sich die Software verkaufen oder lizensieren lässt.

Doch was ist das Problem der WebOS-Geräte? Konzernchef Apotheker erklärt: „Es gibt eine deutliche Tendenz im Bereich der Consumer-PCs. Der Tablet-Effekt ist Realität“. Doch HPs Touchpad konnte nicht genug Marktanteile sammeln. HPs PC-Geschäft brauche genug Flexibilität um eigene Entscheidungen zu treffen. Doch wie geht es nun mit HP weiter? Medienberichten zufolge will man den britischen Software- und Cloud-Spezialisten Autonomy für 10 Milliarden US-Dollar kaufen. Anscheinend will HP seinen Fokus auf andere Bereiche legen – speziell auf den Cloud-Bereich.

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(Marco Schürmann | Quelle: heise.de)

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