Energiesparpotential am Arbeitsplatz

22. August 2011, 9:42 Uhr | Archiv

In deutschen Büros und Arbeitszimmern stehen derzeit 26,5 Millionen PCs und andere Computer. Davon sind die Hälfte (50 Prozent) Desktop-PCs und 41 Prozent Notebooks. So genannte Thin-Clients, also schlanke Arbeitsplatzrechner nur zur Ein- und Ausgabe von Daten, machen acht Prozent aus, Mini-PCs rund 1 Prozent. Und: Es besteht hohes Energiesparpotential.

Quelle: Pixelio // Fotograf: Oleg Rosental

Bis 2020 wird die Zahl der Arbeitsplatzcomputer um elf Millionen auf rund 37,5 Millionen ansteigen, so aktuelle Zahlen des Branchenverbands Bitkom. Alle Arbeitsplatzcomputer verbrauchten im vergangenen Jahr zusammen rund 3,9 Terawattstunden (TWh). Das ist mehr als das Kernkraftwerk Brunsbüttel im Jahr produziert hat. Laut Studie ist bisher nur jeder zweite Computer am Arbeitsplatz energiesparend. Dazu gehören beispielsweise Thin Clients. Die schlanken Rechner sind preiswerter als umfassend ausgestattete PCs und sparen zudem Betriebs- und Wartungskosten. Insbesondere verbrauchen sie deutlich weniger Energie als PCs und haben oft auch eine längere Nutzungsdauer, was wiederum den Materialverbrauch reduziert.

Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt, Borderstep Institut und BITKOM haben nun eine Roadmap „Ressourceneffiziente Arbeitsplatz-Computerlösungen 2020“ erstellt. Sie verfolgt drei Ziele:

Erstens soll der Anteil energie- und materialeffizienter Arbeitsplatzcomputerlösungen erhöht werden, von heute 50 Prozent auf über 60 Prozent im Jahr 2013 und 85 Prozent im Jahr 2020.

Zweitens soll der durchschnittliche Primärenergieaufwand (KEA) dieser Rechner gesenkt werden: von heute 500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr inklusive Herstellung und Terminalserveranteil auf 400 kWh bis 2013 und 200 kWh pro Jahr bis 2020.

Drittens soll das durchschnittliche Produktgewicht inklusive Serveranteil gesenkt werden: von heute 5,2 kg um 20 Prozent bis 2013 und um mindestens 50 Prozent bis 2020.

Um diese Ziele zu erreichen, schlagen die Partner 39 Einzelmaßnahmen vor, beispielsweise Leuchtturmprojekte, Informationskampagnen und neue technische Standards. Würden alle vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt, so können allein in Deutschland bis 2020 fast 30 TWh an Primärenergie, Stromkosten von 2,8 Milliarden Euro, CO2-Emissionen von 5,5 Millionen Tonnen und Computermaterial von fast 250.000 Tonnen vermieden werden.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: www.bitkom.org)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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