Gesichtserkennung im Marketingeinsatz

14. September 2011, 10:02 Uhr | Archiv

Kraft und Adidas haben kürzlichbekannt gegeben, noch dieses Jahr Gesichtserkennungssoftware einzusetzen, um personalisiertes Werben für Produkte zu ermöglichen. Personalisiertes Werben durch Face Recognition Technology (FRT) könnte dann in Geschäften oder sogar auf offener Straße angewendet werden. Allerdings wird zunächst nur Geschlecht und Alter automatisch abgeschätzt.

Ganz ähnliche Software macht in Kanadas Casinos derzeit schon Türsteher arbeitslos: Sie scannt die Besucher am Eingang auf notorische Spieler, die nicht erwünscht sind. Auch Terroristen und Kriminelle werden auf diese Art gejagt.

Die Meinungen bei personalisiertem Marketing gehen unterdessen bei den Experten weit auseinander. Während die einen meinen, dass personalisierte Werbung den Kunden eher anspricht, meinen andere wiederum, dass je mehr personalisiert eine Werbebotschaft ist, desto mehr wird der Kunde abgeschreckt.

Die Funktionsweise der Gesichterkennung
Einer Dame in ihren Fünfzigern werden im Adidas-Store dann mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit “Alte-Damen-Schuhe” gezeigt, einer jüngeren im Supermarkt die gehaltvollen Makkaroni von Kraft für den Nachwuchs. Ob die oft als unschön empfundene Ettikettierung als “Dame mittleren Alters” bei den sich immer jünger fühlenden Menschen ankommt, ist fraglich. Kraft hat Verhandlungen über FRT-Marketing mit einer nicht näher genannten Supermarktkette eingeräumt. FRT wird zunächst in den USA und Großbritannien erprobt.

Datenschutzbedenken bleiben bestehen
Die hier eingesetzte Technologie soll Personen nicht identifizieren, sondern eben nur eine ungefähre Einordnung einer Person nach Variablen wie geschätztes Alter und Geschlecht ermöglichen. Möglich wäre es aber, Facebook mit diesen Werbescannern, etwa in Supermärkten, zu verbinden. Dann könnte auf ein sehr ausgefeiltes Profil zurückgegriffen werden. Facebook ist schon länger in das Geschäft, das von der Verbindung von Gesichtserkennung und Marketing lebt, eingestiegen. Dort wird argumentiert, dass keine Datenschutzverletzung vorliegt, weil Werbefirmen den personalisierten Werbeplatz wie eine Annonce mieten können und Facebook die Daten von Usern nicht preisgibt.

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(Plasser Clemens/Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.de)

Über den Autoren

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. Er ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus). ---- Founder and CEO of zipcon consulting GmbH, a leading consultancy for the printing and media industry in Central Europe. He initiated the E-Business Print Online Studie (EPOS) and acts - in addition to his consulting activity - as an author, lecturer, speaker and moderator. See his profiles on Xing, LinkedIn and GooglePlus.

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