Urheberrecht verzögert Buchscans

21. September 2011, 9:12 Uhr | Archiv

Sogenannte verwaiste Werke – Bücher, die durch Copyright geschützt sind, deren Rechteinhaber allerdings nicht ausgemacht werden können – stehen im Moment im Zentrum der Diskussion rund um die Digitalisierung von Bibliotheken. Wie schädlich der Streit um die Rechtslage für die europäische Kulturlandschaft sein könnte, soll nun eine Studie zeigen, berichtet die BBC.

Quelle: Pixelio // Fotograf: tommyS

Die British Library, die trotz Copyrights für das Scannen von Büchern eintritt, hat Stichproben aus der Zeit zwischen 1870 und 2010 ausgewählt. Die Institution kommt zu dem Schluss, dass etwa 43 Prozent der Werke verwaist sind. Große Teile des literarischen Schaffens schaffen es daher nicht ins Internet, so die Kritik.

„Das Gesetz verbietet es uns geschütztes Material zu verwenden, wenn wir den Rechteinhaber nicht ausfindig machen können“, so Ben White von der British Library. Ohne eine Änderung der Rahmenbedingung bedeutet dies, dass eine große Zahl an Büchern nicht digitalisiert werden kann. Für die Studie wurden unterschiedlichste Publikationen in Betracht gezogen. Die meisten verwaisten Werke sind mindestens 50 Jahre alt, doch überraschenderweise sind auch viele neuere Bücher, vor allem aus den 80er Jahren, betroffen.

Die möglichen Probleme im Fall einer Klage haben Bibliotheken bislang dazu bewegt, sich bei der Digitalisierung auf sehr alte Werke zu konzentrieren, bei denen Copyright keine Rolle mehr spielt. Künftig müssen die Bibliotheken jedoch weiterdenken, wollen sie die Digitalisierung in Europa voranbringen. Gerade im Bereich des Copyrights müssen Automatisierungen Einzug halten, um die Prüfungsverfahren abzukürzen, so das Fazit der Studie.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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