Microsofts Verlustgeschäft mit Bing

22. September 2011, 12:21 Uhr | Archiv

Wer im Internet sucht, nutzt oftmals Googles Suchmaschine. Dies muss noch auch Microsoft feststellen, denn mit der hauseigenen Suchmaschine des Redmonder Konzerns macht man derzeit mehr Verlust als Gewinn. Microsoft selbst ist unzufrieden mit der Entwicklung und kämpft gegen eine zu starke Konkurrenz.

(Quelle: itracki.com)

Microsoft investiert viel Geld in seine Suchmaschine, um sie noch besser, noch ansprechender und noch einfacher zu gestalten – doch anscheinend ohne nennenswerte Erfolge. Berichten des Magazins CNN Money zufolge soll Microsofts Bing in jedem Quartal knapp eine Milliarde US-Dollar verlieren. Seit Juni 2009 ist Microsofts Suchmaschine online und allein in dieser Zeit hat man 5,5 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht.

Microsofts Director für Bing, Stefan Weitz, erklärt: „Wir stehen vor der Herausforderung, dass niemand morgens beim Aufstehen sagt ‚Ich wünschte wirklich, es gäbe eine bessere Suchmaschine‘.“ Für viele ist es Gewohnheit, Informationen zu „googeln“ und gegen diese Gewohnheiten anzukämpfen, scheint für Microsoft nahezu aussichtslos.

Das Marktforschungsunternehmen Comscore hat die Marktanteile der Suchmaschinen untersucht: Bing kann einen Marktanteil von 14,7 Prozent erreichen, kurz nach dem Start der Suchmaschine kam man bereits auf 8,4 Prozent. Doch trotz Microsofts geringem Wachstum beim Marktanteil, konnte man keine Marktanteile von Google abgewinnen. Googles Marktanteil liegt bei derzeit 64,8 Prozent – zum Start der Microsoft-Suchmaschine Bing kam man bereits auf 65 Prozent. Der Gewinn an Marktanteilen liegt bei Bing an der Kooperation mit Yahoo, Ask.com und AOL.

Um endlich wieder schwarze Zahlen schreiben zu können, würde Bing laut Analysten einen Marktanteil von 25 bis 30 Prozent benötigen. Das Bing-Team ist seither bemüht, die Suchmaschine zu verbessern und plante sogar eine Facebook-Anbindung, um bessere Suchergebnisse zu erzielen. Qi Lu, Microsofts President Online Services erklärte in der vergangenen Woche vor Finanzexperten, dass die Anbindung von Bing an Microsoft-Produkten sowie die Partnerschaften mit verschiedenen Unternehmen bessere Suchergebnisse garantiert als die Konkurrenz.

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(Marco Schürmann | Quelle: golem.de)

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Marco Schürmann

1 Kommentar

  1. Antworten

    Leser

    22. September 2011

    Was mich bei Bing stört, ist die nicht funktionierende geografische Suchoptimierung. Was meine ich damit?

    Unter google.de werden - genau wie unter bing.de - politisch unliebsame Seiten gefiltert. Das geschieht unabhängig vom eingestellten Filter und auf Anordnung deutscher Gerichte oder staatlicher Institutionen.

    Da ich ein erwachsender Mensch bin, möchte ich mir vom Staat nicht vorschreiben lassen, welche Meinung ich erfahren darf und welche nicht. Bei Google ist das einfach: Ich benutze das amerikanische Google mit deutscher Seiteneinstellung. Nun wird nichts mehr gefiltert und dennoch sehe ich für mich als Deutschen relevante Suchergebnisse weiter oben.

    Bei Bing kann ich zwar auch das amerikanische Bing benutzen und die deutsche Seiteneinstellung aktivieren, aber deutsche Suchergebnisse, die für mich relevanter sind, werden eben nicht weiter oben dargestellt.


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