Arbeitsstress plagt junge Generation

30. September 2011, 10:07 Uhr | Archiv

Die junge Generation an Arbeitnehmern leidet unter dem hohen Tempo in der Arbeitswelt – sie fehlt im Job viel eher wegen Stress, Müdigkeit oder Erschöpfung als ältere Kollegen. Das besagt eine in der Zeitung „Daily Mail“ veröffentlichte Studie eines Vitaminpillen-Erzeugers, für die 3.000 Engländer befragt wurden. Junge sind zwar insgesamt deutlich seltener krank als Ältere, kommen jedoch mit dem Arbeitsdruck schlechter zurecht als diese, urteilen Experten gegenüber pressetext.

Junge Arbeitnehmer sind schneller, aber seltener krank - (Quelle: Foto: aboutpixel/Svair)

Unter 30-jährige Arbeitnehmer gehen doppelt so häufig wegen Erkältung in Krankenstand als über 55-Jährige, so eines der Ergebnisse. Mehr als zwei Drittel von ihnen haben im Jahr vor der Befragung einmal oder öfter wegen Verkühlung, grippalem Infekt, Allergien, oder Intoleranz gefehlt. Jeder Fünfte blieb schon einmal zu Hause, da er „zu erschöpft fürs Arbeiten“ war, teils auch wegen Verstopfung oder Übelkeit beim Autofahren.

Die älteren Kollegen werten hingegen viele dieser Krankheitsgründe nicht als Anlass für die Krankmeldung. 85 Prozent von ihnen würden diesen Schritt nicht tun, solange sie nicht das Bett hüten müssen. „Der heutige Berufsalltag setzt den Jungen mehr zu als den Älteren, auch da sie mehr von Arbeitsdruck, Geld- und Beziehungssorgen geplagt sind. Sie sollten mehr auf ausgeglichenen Lebensstil achten“, schlussfolgert Studien-Auftraggeber Peter Morton.

Dass sich junge Menschen eher leichtsinnig krank melden, glaubt Sabine Seyfriedsberger von der Gesellschaft für Arbeitsmedizin nicht. „Durchaus plausibel ist jedoch, dass Ältere besser mit Arbeitsstress umgehen als Junge. Fragt man Erwachsene nach den Wochenend-Aktivitäten, suchen sie eher Erholung und pflegen soziale Kontakte, während junge Erwachsene oft zuhause vor Fernseher und Internet verbringen“, so die Medizinerin.

Insgesamt gehen alte Arbeitnehmer aufgrund der steigenden chronischen Beschwerden deutlich mehr Tage pro Jahr in den Krankenstand als junge, betont Frank Meiners, Sprecher der Deutschen Angestellten-Krankenkasse. „Junge fehlen öfters, aber dafür viel kürzer.“ Dies sei jedoch kein Zeichen für höheres Gesundheitsbewusstsein. „Prävention ist im Jugendalter viel schwerer, was etwa Sport und gesunde Ernährung betrifft. Ältere mit Gesundheitsproblemen sind hier besser ansprechbar.“

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(Johannes Pernsteiner/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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