Haben Google+-Entwickler versagt?

14. Oktober 2011, 12:00 Uhr | Archiv

Wohl versehentlich hat Google-Entwickler Steve Yegge einen öffentlichen Beitrag in Googles soziales Netzwerk Google+ verfasst, in dem er starke Kritik an das Suchmaschinenunternehmen äußerte. So schreibt er, dass Google nicht dazu in der Lage sei, Google+ als vernünftige Plattform aufzustellen.

(Quelle: Google+)

„Ich habe irgendwie gehofft, dass der Konkurrenzdruck von Microsoft und Amazon aber vor allem auch von Facebook dazu führt, dass wir geschlossen aufwachen und beginnen, einen universellen Service zu entwickeln“, so Yegge. Doch viele Dinge wurden falsch gemacht.

Doch wo liegen die Probleme? Yegge ist nicht der Meinung, dass der Erfolg des Konkurrenten Facebook damit zu begründen sei, dass es ein gutes Produkt ist. Stattdessen erklärt er: „Facebook ist erfolgreich, weil sie es anderen ermöglicht haben, eine ganze Reihe von Produkten zu schaffen“.

Google+ startete zu Beginn als geschlossenes System, erst nach und nach wurden die Türen für Entwickler geöffnet, die externen Anwendungen eine Anbindung an den Dienst ermöglichen. Google+ ist in seiner Funktionalität deshalb noch stark beschränkt – Facebook hingegen kann so stark individualisiert werden, dass viele tausende Anwendungen die Nutzer bei Laune und schließlich auch auf der Plattform halten.

Yegge ist der Meinung, dass Google+ von Beginn an als offene Plattform hätte starten sollen, denn es sei sehr schwierig, im Nachhinein erst diese Richtung einzuschlagen: „Ich will nicht sagen, dass es zu spät ist, aber je länger wir warten, umso näher kommen wir an den Punkt, wo es zu spät ist“.

Die Aussagen von Yegge werden von aktuellen Untersuchungen unterstützt. So sei es Google+ bisher kaum gelungen, die Nutzer langfristig bei sich zu halten. Zwar melden sich weiterhin viele neue Nutzer an, doch schauen diese sich nur kurz um und kehren anschließend wieder zu Facebook, Twitter und Co. zurück. Bereits 60 Prozent der aktiven Nutzer hat man auf dem Wege wieder verloren, heißt es.

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(Marco Schürmann | Quelle: zdnet.de)

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Marco Schürmann

1 Kommentar

  1. Antworten

    Stephan

    16. Oktober 2011

    na ja, 40 Mio. Nutzer in drei Monaten kann man nicht als versagen bezeichnen... finde ich. Alelrdings scheinen sich jetzt bereits die Nutzer zu wandeln:

    http://linkedinsiders.wordpress.com/2011/10/11/doch-kein-neuer-nutzen-100-tage-google/

    Ich selber gehöre zu der Fraktion, die Google+ als facebook für Erwachsenen sehen.

    liebe Grüße
    Stephan


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