Google: Milliardenzahlungen an Verleger

17. Oktober 2011, 12:03 Uhr | Archiv

Google-Country-Manager Deutschland, Stefan Tweraser, hat auf dem World Newspaper Congress 2011 in Wien über die Beziehungen zwischen Suchmaschinen und Verlegern referiert. Dabei stehen die beiden Fraktionen in unmittelbarem Bezug zueinander: „Jeder Inhalt im Internet muss gefunden werden. Wenn man sich eine Welt ohne Google vorstellt, dann weiß ich nicht, ob das besser oder schlechter für die Verleger wäre“, erklärte er.

(Quelle: google.com)

Das Verleger über Google verärgert sind, da der Suchmaschinenkonzern mit den Inhalten der Verleger Geld macht, für das diese selbst viel Geld ausgeben – doch Google selbst erklärt sich kooperativ: „Google hat 2010 über sechs Mrd. Dollar an Verleger bezahlt. Wir teilen unsere Umsätze mit den Content-Produzenten. Außerdem versorgen wir die Zeitungen über unsere Services mit mehr als 100.000 Geschäftsmöglichkeiten in der Minute“, so Tweraser. Google habe laut Tweraser ebenfalls viel in die Ausbildung von Journalisten investiert, um die Qualität des Contents auf einem hohen Niveau halten zu können.

Doch trotz dieser Aussagen fühlen sich viele von Google bedroht, denn Google hat quasi eine Monopol-Stellung auf dem Markt der Internet-Werbung. Tweraser sieht das anders: „Für all unsere Services gibt es Konkurrenzprodukte. Unser Anteil am globalen Werbemarkt ist sehr gering“. Am digitalen Werbemarkt sei der Anteil zwar höher, doch will er auch hier nicht von einem Monopol sprechen. Viele Verlage sind inzwischen soweit gegangen, dass sie ihre Inhalte nicht mehr an Google weitergeben wollen.

Die digitalen Inhalte werden in Zukunft immer wichtiger für das Suchmaschinenunternehmen: „Content ist eine soziale Währung. Ohne Inhalte gibt es auch kein Social-Web, da erst dadurch Diskussionen angeregt werden. Google+ soll in erster Linie diese Debatten fördern und nicht Inhalte generieren“. Damit originäre Inhalte geschützt werden, hat Google seinen Suchalgorithmus angepasst, sodass einfache Kopierer des Contents es schwerer haben, gefunden zu werden.

Wie bereits von vielen anderen prophezeit, sieht auch Google die Zukunft im mobilen Web. Er rät Verlegern dazu, in diesen Bereich zu investieren, da der Markt immer weiter wächst, doch die Qualität der Angebote noch nicht optimal ist. Google ist der Meinung, dass Kunden nicht dazu bereit sind, Abos für Inhalte, die sie konsumieren wollen, abzuschließen und setzt deshalb mit One Pass auf eine Pauschalabgabe: „Google ist offen für Kooperationen mit Medienhäusern. Wir sorgen bei viele Medienauftritten im Internet für 20 bis 50 Prozent des Traffic“. erklärt Tweraser.

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(Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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