Web unterstützt analoge Medien

17. Oktober 2011, 11:26 Uhr | Archiv

Die digitale Revolution hat die Zeitungen mit neuen Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten konfrontiert. Tatsächlich verzeichnen im analogen Zeitalter gegründete Medien heute den Großteil ihres Wachstums im digitalen Umfeld. Die Zeitungen haben schon einige Anstrengungen unternommen, um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Die Klippen, die es in den kommenden Jahren zu umschiffen gilt, waren Thema beim World Newspaper Congress in Wien.

The Daily auf dem iPad (Quelle: thedaily.com)

Viele Herausgeber beschweren sich, dass sie durch das Internet weniger Einnahmen haben. Dabei vergessen sie jedoch, dass sie auch Chancen verpasst haben. „In Indien haben die Zeitungsverleger sehr früh eine eigene Kleinanzeigenplattform im Netz gegründet. Durch das Vertrauen, das die Zeitungen genießen, sind sie jetzt Marktführer auf diesem Segment“, sagt Mariam Mammen Mathew von Manorama Online. Somit hat sich für Zeitungen auch die Beziehung zu den Lesern im Netz grundlegend verändert.

„Die Verleger müssen lernen, dass es nicht mehr um bloßes Senden geht. Zwei-Wege-Kommunikation erfordert ausgereifte Strategien. Es reicht nicht mehr, auf Facebook zu sein. Unternehmen müssen sich fragen, warum sie in den sozialen Medien präsent sein wollen“, meint auch Richard Beattie von Virtrue. Dem Fachmann nach müssen Medien lernen, auf ihre Kunden zu hören. „Die Medien haben wertvollen Content. Dieses Asset müssen sie nutzen, um die User einzubinden. Das ist der entscheidende Faktor“, fügt Beattie hinzu.

Einige grundlegende Spielregeln der Medienwelt haben sich auch im digitalen Zeitalter nicht geändert. „Beim Tod von Osama Bin Laden konnte man verfolgen, wie sich Informationen im Netz verbreiten. Die Menschen haben dabei die Nachrichten weitergeleitet, die von vertrauenswürdigen Quellen stammten. Das war schon immer so: Informationen von vertrauenswürdigen Quellen setzen sich durch“, erklärt Madhav Chinnappa von Google UK. Chinnappa betont, dass kontinuierliche Innovation der beste Schutz vor unerwarteten Veränderungen ist.

Manche Unternehmen versuchen, diesem Credo zu folgen. Die iPad-Zeitung „The Daily“ beispielsweise ist eine der ersten Reaktionen auf den Tablet-Boom. „Eine Publikation über einen neuen Kanal mit einem Abo-Modell aufzubauen, war eine große Herausforderung. Wir arbeiten immer noch daran, unsere Marke zu entwickeln. Unsere stärkste Waffe im Kampf um die Aufmerksamkeit der Leser und der Werbeindustrie ist ein ausgezeichnetes Produkt“, sagt Rebecca Grossman-Cohen von The Daily.

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(Markus Keßler/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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